In dieser Folge spreche ich über:

  • Mögliche Ursachen von Sodbrennen oder Reflux, die dich vielleicht sogar überraschen
  • Wozu wir die Magensäure benötigen
  • Warum jahrelang Medikamente zu schlucken oder Basenpulver einzunehmen nicht die Lösung ist
  • Was die Ernährung damit zu tun hat
  • Worauf du künftig achten kannst, um das Problem zu beheben

 

Wenn du den Menschen «auf der Strasse» fragst, was der Grund für Sodbrennen ist, dann werden wahrscheinlich 9 von 10 dir antworten: das ist, wenn man zu viel Magensäure hat.
In dieser Folge erfährst du aber, weshalb nicht zu viel Magensäure sondern eher zu wenig Magensäure dein Problem ist, wenn du mit Sodbrennen zu kämpfen hast.

 

Symptome von Reflux

Es gibt offensichtliche, aber auch weniger offensichtliche Anzeichen dafür, dass du ein Refluxproblem hast. Typische Hinweise sind:

  • Schmerzen oder Brennen in der Brustgegend
  • Saures Aufstossen
  • Chronischer Husten
  • Asthma
  • Zahnprobleme
  • Oft verbunden mit Reizdarmsyndrom

 

Mögliche Ursachen für Reflux

Die meisten Menschen denken, dass sie zu viel Säure im Magen haben und daher das saure Aufstossen kommt. Wir haben in unseren Mikrobiomanalysen jedoch festgestellt, dass die meisten (gefühlt 95%) unserer Kunden im Darm ein zu basisches Milieu haben, nicht ein zu saures! Und das spricht dafür, dass auch der pH im Magen eher zu hoch ist, also zu basisch.

Wenn du zu wenig Magensäure hast, dann wird Nahrung nicht richtig aufgespalten (insbesondere typisch sind dann auch die weit verbreiteten Kohlenhydratunverträglichkeiten), somit kommen nicht gut vorverdaute Stücke im Darm an, fangen da an zu fermentieren / gären und die entstehenden Gase drücken dann auf den Magen. Und somit kommt es zu Reflux nicht wegen zu viel Magensäure, sondern wegen zu wenig!

 

Weitere Gründe für Sodbrennen können sein:

  • Ungenügendes Kauen der Nahrung (Schlingen)
  • Ständiges Essen, keine Nahrungspausen
  • Die falsche Nahrung (schnelle Kohlenhydrate, Fertigprodukte, Zucker, Alkohol)
  • Übergewicht (das Gewicht drückt auf den Magen)
  • Zu viel Nahrung (viele Menschen essen schlicht zu grosse Portionen / zu viel)
  • Zu spätes Essen vor dem Schlafengehen
  • Probleme mit Kohlenhydratverdauung, führt zu Blähungen

 

Wozu wir Magensäure benötigen

Der Magen ist sozusagen Teil unseres Immunsystems, da er die erste Verteidigungslinie vor Eindringlingen darstellt und uns Schutz vor schädlichen Bakterien bietet, die wir mit der Nahrung aufnehmen.

Ausserdem regt die Magensäure die Bildung von Verdauungsenzymen und Gallenflüssigkeit an und zu wenig Magensäure verhindert oft die richtige Verdauung von Kohlenhydraten.

Aus diesem Grund sollte man nicht unbedingt etwas unternehmen, um die Magensäure unnötig tief zu senken.

 

Warum du nicht langfristig Säureblocker schlucken solltest

Das Medikament an sich klingt harmlos und wird oft verniedlichend Magenschutz genannt. Wenn die Ursache aber nicht zu viel Säure, sondern zu wenig ist, dann verschlimmerst du damit langfristig nur die Probleme im Körper.

Zwar stimmt es, dass Säureblocker oft das Problem «beheben», nämlich das Symptom wegmachen, denn wer zu wenig Magensäure hat und etwas isst, dessen Körper produziert dann im ersten Moment erst einmal viel Magensäure. Und der Säureblocker macht diese dann wieder unschädlich.

Das Problem bei solchen Medikamenten ist allerdings: Sie führen unter anderem dazu, dass du Calcium nicht gut aufnehmen kannst. Dazu gab es in der FAZ einen tollen Artikel, den ich dir sehr empfehle zu lesen.

Ausserdem können solche Medikamente zu Magnesiummangel und B12 Mangel führen, die Gefahr für Durchfälle durch Clostridien erhöhen (die nicht abgetötet werden in der Magensäure) und können ganz generell zu einem höheren Infektionsrisiko führen.

Es gibt Studien, die Zusammenhänge sehen von Säureblockern mit Herzinfarkt, Nierenproblemen, Osteoporose, Zöliakie, Magenkrebs und sogar Alzheimer. Wenn du das Ganze noch ein wenig wissenschaftlicher lesen willst findest du hier mehr Informationen und auch Quellen zu diesem Thema (leider auf englisch).

Ein weiteres Problem der Säureblocker ist, dass sie oft nicht mehr abgesetzt werden können, wie der obige Artikel aus der FAZ sehr gut beschreibt.

Selbstverständlich muss man etwas tun gegen Sodbrennen, da es zu Komplikationen wie Vernarbung, Schluckbeschwerden, Narbenbildung und Speiseröhrenkrebs kommen kann, wenn Säure über eine längere Zeit in die Speiseröhre gelangt.

Deswegen empfehlen wir, es zuerst einmal mit einer Ernährungsumstellung zu versuchen!

 

Was Ernährung mit saurem Aufstossen zu tun hat

Hier zähle ich dir erst einmal ein paar Zusammenhänge auf, inwiefern die Ernährung etwas mit Sodbrennen zu tun hat:

  • Zu viele Kohlenhydrate, schnelle Zucker, übersäuern das Bindegewebe und machen den Verdauungstrakt zu basisch
  • Alkohol, Fertignahrung etc.
  • Künstliche Süssstoffe, auch Kaugummi, können Bakterienungleichgewicht im Darm fördern
  • Fructose und Lactose kann ebenfalls Probleme auslösen, deswegen auch nicht zu viel Obst und Milchprodukte

Von dem her empfehle ich dir eine naturbelassene Ernährung, möglichst nur 3 Mahlzeiten pro Tag, keine Süssigkeiten, keine Fruchtsäfte oder Smoothies, kein Alkohol und keine Fertigprodukte, stattdessen viel (gekochtes) Gemüse, gute Eiweisse, hochwertige Fette und genügend Wasser trinken.

Möchtest du mehr über unsere Ernährungsempfehlungen erfahren? Dann lade dir unser kostenloses E-Book mit 5 Ernährungsregeln, die wirklich funktionieren herunter.

Und auch in diesem Blogartikel erfährst du mehr darüber, wie du dich gesund ernähren kannst.

 

Was kannst du sonst noch tun?

Weil das Thema so ein häufiges ist, würde ich mich sehr darüber freuen, wenn du in den Kommentaren weiter unten einmal reinschreibst, ob das für dich nützlich war. Und falls du selber Tipps hast gegen Sodbrennen, dann schreibe das auch gerne dort rein.

Ich freue mich, von dir zu hören!

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