In dieser Folge spreche ich mit Spiritual Health Coach Svenja Reccius. Svenja bekam im Alter von 15 Jahren die Diagnose Morbus Crohn. Viele Jahre litt sie unter dieser Krankheit, bis sie sich entschied, die Verantwortung für ihre Gesundheit nicht länger in die Hände anderer abzugeben, sondern sie selbst wieder zu übernehmen.  

Im Darmglück-Podcast erzählt Svenja die Geschichte ihrer Diagnose und Krankheit, wie es ihr gelang, ihre Krankheit in Remission zu führen und was sie heute tut, um anderen Menschen mit Autoimmunerkrankungen zu helfen.  

 

 

 

 

 

 

Julia: Herzlich willkommen! Ich freue mich sehr, dass ich die liebe Svenja Reccius heute zu Gast habe. Herzlich willkommen, Svenja, und danke, dass du dir die Zeit nimmst.  

 

Svenja: Danke, Julia, für die Einladung.  

 

Julia: Wir wollen heute über das Thema Immunsystem sprechen. Du hast dazu eine eigene Geschichte mit einer Autoimmunerkrankung. Möchtest du einmal erzählen, wie das bei dir verlaufen ist? Wie hat man das entdeckt, und wie geht es dir heute?  

 

Svenja: Bei mir wurde mit 15 Jahren die Autoimmunerkrankung Morbus Crohn festgestellt. Ich habe dann trotz Medikamenten, trotz Immunsuppressiva – Medikamente, die das Immunsystem drosseln – 11,12 Jahre in einem Dauerschub gelebt. Das waren Dauerschübe in etwas besseren Phasen und Dauerschübe in sehr, sehr schlechten Phasen. Ich habe mich aber relativ zeitnah nach dieser Diagnose mit mir selbst beschäftigt.  

Da kamen dann Themen wie die Ernährung. Es kamen Themen: Wie kann ich da einen tieferen Einblick gewinnen, auch in was in meinem Körper passiert? Von den Ärzten heisst es immer: «Autoimmunerkrankung, nicht heilbar, der Körper greift sich selbst an.» Wenn man solche Dinge hört, dann denkt man sich: «Okay?» Dann schluckt man erstmal, denn da ist kein Licht am Ende des Tunnels, wenn man solche Aussagen erhält.  

 

Julia: Hast du das im ersten Moment dann auch geglaubt? Hast du wirklich gedacht: So, jetzt habe ich etwas, das nie wieder weggeht?  

 

Svenja: Ja. Ich habe mich dann auch absolut damit identifiziert. Bei mir hiess es dann auch immer, wenn ich mit Menschen gesprochen habe: «Ja, das ist eine unheilbare Krankheit, eine Autoimmunkrankheit. Das bekommt man nicht mehr weg.» Ich habe mich wirklich damit identifiziert. Bei der Diagnose war ich 15. Das heisst, ich war natürlich auch noch auf dem Bewusstseinsstand einer 15jährigen. Die Ärzte, als Experten, haben mir ihre Informationen gegeben, und ich – mit null Ahnung von nichts – habe das auch angenommen. Ich habe gedacht, ich bin da wirklich in guten Händen, habe das auch so geglaubt und angenommen.  

 

Julia: Wie muss man sich das vorstellen, wenn du sagst: «Ich habe Schübe gehabt»? Schmerzt das? Oder wie ging das genau?  

 

Svenja: Genau. Den grössten Teil der Zeit waren meine Symptome Durchfall – sehr, sehr, sehr viel Durchfall. Ich habe nur noch ganz wenige Lebensmittel vertragen. Wenn ich sie dann mal vertragen habe, dann konnte es am nächsten Tag sein, dass es schon wieder vorbei war. Der Körper hat immens darauf reagiert, was ich gegessen habe und ganz intensiv auf Stress reagiert. Das waren meine beiden Einflussfaktoren.  

Irgendwann wurde diese Peak-Phase immer intensiver, so dass ich dann auch an einem Punkt stand, an dem ich massive Gelenkschmerzen hatte. Also so, dass ich die Treppe nicht mehr hoch- und runterlaufen konnte, dass ich abwechselnd Fieberschübe und Schüttelfrost hatte, dass meine Periode ausgeblieben ist … Man hat wirklich gemerkt: Der Körper rebelliert in sich selbst, weil dieses ganze System nicht mehr wusste, was es zu tun hatte. So hat es sich angefühlt.  

 

Julia: Und die Medikamente haben in dem Sinne nicht wirklich geholfen.  

 

Svenja: Nein, nein. Ich bin immer wieder umgesprungen. Ich habe irgendwann vor meinem Arzt gesessen, und er meinte, offiziell betrachtet, in der Schulmedizin, bin ich austherapiert. Ja. Und da stand ich dann und dachte: «Schön!»  

Mein Blick ging tatsächlich schon in Richtung Operation. Ich wusste nicht mehr, wie ich mir helfen konnte. Ich muss aber dazu sagen, dass ich einen tollen Arzt an meiner Seite habe, der wusste, was Operation mit sich bringt. Gerade das Darmmikrobiom … Der Darm ist Sitz des Immunsystems. Und er hat zu mir gesagt: «Svenja, das ist die aller-aller-allerletzte Option.» Und wirklich nur dann, wenn auch er sagt: «Okay, wir kommen da jetzt null weiter.» Aber das hat er bei mir nicht gesehen. Dafür bin ich heute wirklich unfassbar dankbar.  

 

Julia: Operation hätte bedeutet, dass man einen Teil des Darms entfernt hätte.  

 

Svenja: Genau. Bei mir ist die Hauptstelle im Dickdarm. Das hätte bedeutet, dass ein ziemlich grosser Teil des Dickdarms hätte entfernt werden müssen.  

 

Julia: Du warst ja auch noch sehr jung. Du bist immer noch jung.  

 

Svenja: Ich musste mich früh mit mir auseinandersetzen, mit meiner Gesundheit. Heute sehe ich es absolut als Geschenk, denn ich sehe einfach, wie viele Menschen damit fahrlässig umgehen und das gar nicht zu schätzen wissen. Auch das Immunsystem, der Darm … Was der für eine Leistung bringt! Dass unser Verdauungstrakt so, so viel mit unserer Energie, mit der Lebenskraft, mit dem was wir aufnehmen zu tun hat, das ist ganz, ganz vielen Menschen – die vielleicht doppelt so alt sind wie ich – nicht bewusst. Vielleicht möchten sie es auch nicht sehen, denn das würde ja bedeuten, dass man in die Veränderung gehen müsste.  

 

Julia: Was hat dann den Wandel gebracht? Was war der entscheidende Moment, in dem es angefangen hat, sich zu bessern?  

 

Svenja: Ich war damals in einer befristeten Stelle, arbeitstechnisch. Zu der Zeit habe ich monatelang in der Nacht vielleicht vier Stunden geschlafen. Nachts war mein Hauptproblem, mit 30-, 40-mal auf die Toilette. Wer sich so ein bisschen mit dem Thema Schlaf auseinandersetzt: Das ist unglaublich wichtig für die Regeneration, für die Zellneubildung, für das Immunsystem, für den ganzen Körperprozess. Und das hatte ich nicht mehr.  

Dementsprechend ist bei mir wirklich alles kollabiert. Ich stand dann vor der Herausforderung: unbefristete Stelle. Meine Chefin sagte damals: «Wir würden dich aber gern behalten und würden dir gern noch für weitere eineinhalb Jahre eine befristete Stelle anbieten.» Da habe ich zum ersten Mal diese innere Stimme, diesen Rebellen in mir gespürt, der wirklich geschrien hat in mir und gesagt hat: «Nein! Jetzt nicht mehr!» 

Dann war mein nächster Schritt: Ich steige in die Selbständigkeit ein. Das war so ein bisschen vorgeschoben. Meine Intention dahinter war: Ich heile mich jetzt selbst. Ich brauche jetzt diese Ruhe. Ich brauche jetzt diese Zeit, die ich mir nehmen kann, um wirklich in meine Selbstheilung einzusteigen. Mit der Entscheidung, die ich dann auch getroffen habe und gesagt habe: «Okay, für mich kommt das nicht in Frage», hab ich zusehen können, wie meine Gesundheit wirklich Tag für Tag besser geworden ist.  

Und dann habe ich mir gedacht: «Okay. Was ist da gerade passiert?» Ich bin dann tiefer eingestiegen und habe angefangen, mich sehr, sehr viel mit mir selbst auseinanderzusetzen. Also wirklich diesen Heilungsweg als Entscheidung angenommen.  

Und auch das, muss ich sagen, das ist nicht immer bequem. Ich habe mich mit meinen eigenen Ängsten auseinandergesetzt. Ich habe mich mit meiner Komfortzone auseinandergesetzt. Mit unbewussten Überzeugungen, mit Glaubenssätzen, mit Mustern, die ich übernommen hatte, bei denen ich aber im Nachhinein gemerkt habe: Eigentlich gehört das nicht zu mir. Das ist etwas, was ich einfach nur als «Fremdenergie» angenommen habe. Brodelt in mir, ist aber letztendlich kein Teil von meinem Sein. Das fing wirklich damit an. Je tiefer ich eingestiegen bin oder je tiefer ich mich mit mir selbst auseinandergesetzt hab, desto mehr konnte ich sehen, wie diese Gesundheitskurve nach oben gestiegen ist.  

 

Julia: Obwohl du sonst nicht viel gemacht hast? War das wirklich mehr ein innerer Prozess oder hast du dann auch angefangen anders zu essen oder …?  

 

Svenja: Es war tatsächlich so: Je mehr ich mich mit mir auseinandergesetzt habe, desto leichter ist mir die Ernährung gefallen. Ich habe sehr, sehr viele Zusammenhänge mit emotionalem Essen gehabt. Habe ich auch heute noch. Da ertappe ich mich auch immer noch in verschiedenen Stellen, wo ich das genau merke. Wenn ich Stress hab. Wenn ich das Gefühl hab’, allein zu sein, irgendwie isoliert zu sein, mich distanziert zu fühlen. Das hatte ich mein Leben lang, weil ich mir das Gefühl selbst erschaffen habe. 

Ich habe dann mit schlechter Ernährung kompensiert. So gut ich es versucht habe, mich immer wieder da reinzufriemeln, immer ist dieses ganze Ding explodiert und ich stand dann da: Schokolade, Süsses, Fertigprodukte. Das war einfach ein richtiger Kreislauf, der sich immer und immer wieder wiederholt hat.  

 

Julia: Obwohl du es vom Intellekt her besser wusstest? 

 

Svenja: Voll! Da bin ich dann auch wirklich dahintergestiegen, als ich angefangen hatte, mich mir auseinanderzusetzen. Da gehören ja auch so Themen wie Selbstakzeptanz dazu, dann dieses Thema Selbstverurteilung, Selbstliebe. Und heute ist es für mich das Allerschönste, wenn ich weiss: Ich kann frisch einkaufen. Ich kann frisch zubereiten. Ich esse sehr bewusst.  

Es gibt immer noch die Momente, wo auch ich dann – aufgrund von Stress oder so – so ein bisschen diesen emotionalen Anker da wieder suche. Aber ich sehe das. Ich nehme das bewusst wahr. Und entweder sage ich dann: «Okay, Svenja, das darf jetzt einmal sein», oder ich kann es wirklich umlenken und versuche mir dann über Yoga, über Sport, das, was ich gerade brauche, selbst zu geben.  

Das ist eben so diese schöne Schlaufe, die es dann genommen hat.  

 

Julia: Und nimmst du jetzt noch Medikamente?  

 

Svenja: Ich habe Anfang des Jahres meine Medikamente abgesetzt – unter ärztlicher Betreuung. Das ist auch nicht so einfach. Man muss da schon schauen – gerade auch bei Immunsuppressiva, dass du ein bis eineinhalb Jahre gute Werte aufweist, das heisst gesundheitlich stabil bist. So dass du dann zusammen mit dem Arzt entscheidest: Ich setze das jetzt ab und dann in engmaschiger Kontrolle zu schauen, dass sich nichts verschlechtert.  

 

Julia: Es erfordert wahrscheinlich schon Mut, das zu machen? 

 

Svenja: Ja. Sehr viel Mut. Wie gesagt, habe ich elf Jahre mit Medikamenten gelebt. Das war für mich auch irgendwo so ein kleiner Halt. «Ich hab die ja.» Ich glaube, auf der unbewussten Ebene machen wir das gern, dass wir da so ein bisschen die Verantwortung abgeben und sagen: «Das ist ja noch so mein Halt.»  

Ich habe gemerkt, als ich aus dieser Arztpraxis rausgegangen bin, was da wirklich mit mir stattgefunden hat. Es hat auch ein paar Wochen gedauert, bis ich wieder in das Vertrauen gehen konnte und für mich gesagt habe: «Hey, jetzt hast du die Möglichkeit, diesen Schritt zu gehen und egal, was da kommt, du wirst eine Lösung finden.» Und sich da wieder hineinzuarbeiten. Ja.  

 

Julia: Wenn du sagst, dass du dich mit dir selbst beschäftigt hast, woher wusstest du, wie das geht? Hast du das allein gemacht oder hattest du Hilfe? Oder hast du Dinge aufgeschrieben? Wie hast du überhaupt erkannt, was für Muster bei dir ablaufen?  

 

Svenja: Das war interessant. Mir wurde damals ein Online-Programm zugeschickt. Da gab es Werbung für. Das ging so ein bisschen auch auf der psychologischen Ebene. Ich dachte: «Oh, wie perfekt. Dann setzt du dich damit auseinander. Das kannst du dann auch noch einfliessen lassen in deine Selbständigkeit.» Das war der Gedanke.  

Als ich dann tiefer in dieses Online-Programm eingestiegen bin, in diese Weiterbildung, dachte ich: «Was passiert gerade mit dir selbst?» Und dann war so der Anfang von allem 

Wir haben die Möglichkeit über das Internet. Wir haben die Möglichkeit über unglaublich tolle Autoren, Bücher, Podcasts. Es hört sich immer so einfach an, aber manchmal ist es sehr einfach, gerade in dieser heutigen Zeit. Wir brauchen dafür nicht die mega-langen, dreijährigen Ausbildungen. 

Ich habe sehr, sehr viel mit mir selbst gemacht. Ich habe mir wenig Hilfe geholt. Heute würde ich es vielleicht anders machen. Menschen, die dasselbe schon durchlebt haben, die Erfahrung gemacht haben, die können sich natürlich auf viel, viel schnellerem Weg voranbringen. Da habe ich schon gemerkt, ja, das hat sich teilweise gezogen. Das war gut für mich, aber mit Hilfe hättest du schneller diese Erkenntnisse erlangen können.  

 

Julia: Nun leben wir ja in einer Zeit wo gerade das Thema Immunsystem sehr viel Publicity bekommt. Jetzt geht dieser Virus um, und überall liest man über Immunsystem stärken. Man liest auch, dass die Leute, die wirklich gefährdet sind gerade Menschen sind, die nicht so ein gutes Immunsystem haben. Von daher gesehen kannst du das vielleicht ganz gut nachvollziehen, durch deine eigene Erkrankung.  

 

 

Was sind so deine Gedanken zum Thema Immunsystem und Immunsystem stärken?  

 

Svenja: Ich finde, wir sind im Moment in einer Zeit, wo wir eigentlich die grösste Chance haben, wieder Selbstverantwortung und Macht zu übernehmen. Ich finde halt gerade – und das habe ich selbst durchlebt – im Hinblick auf das Gesundheitswesen oder auf die eigene Gesundheit oder auf das Immunsystem: Wir geben es ab. Und wir kümmern uns nicht um uns selbst.  

Wir geben die Verantwortung und die Macht an Ärzte ab, auch an Heilpraktiker. In jeder Sparte geben wir diese eigene Verantwortung für unsere Gesundheit ab. Was uns da im Moment gesellschaftlich einholt mit dem Virus, eigentlich ist es ein Geschenk. Eine Aufforderung an jeden für sich selbst tiefer zu blicken und sich wieder um sich selbst zu kümmern. 

Es ist so paradox, gerade jetzt, mit diesen Hamsterkäufen. Ich bin einkaufen gegangen – einfach nur so, wie ich immer einkaufen gehe und witzigerweise: Ich hatte keine Probleme, meine Lebensmittel zu bekommen. Weil ich keine Nudeln eingekauft habe, die dem Körper letztendlich ohnehin nichts geben, das dein Immunsystem stärkt, nicht das, was wir vielleicht gerade brauchen in der Situation. Ich hatte null Probleme meine Nahrungsmittel einzukaufen. Da ist mir dann auch wieder bewusst geworden, dass jetzt ein Umdenken stattfinden kann. Und dass man sich mit sich selbst, mit seiner Gesundheit, mit seinem Immunsystem jetzt gerade wirklich intensiv auseinandersetzen sollte und darf. 

Es werden gerade alle Türen geschlossen. Wir werden aber gerade durch so eine Tür geschoben, hinter der wir die Chance bekommen endlich etwas zu tun und endlich ins Handeln zu kommen.  

 

Julia: Womit hängt denn aus deiner Sicht ein geschwächtes Immunsystem zusammen? Man bekommt ja auch mit, dass immer mehr Leute Immunprobleme haben. Sei es, dass sie sich einfach leicht erkälten, sei es aber auch, dass es beispielsweise immer mehr Menschen mit Autoimmunerkrankungen gibt. Was für Themen könnten dahinterstecken? Hast du da eine Theorie oder eine Ahnung? 

 

Svenja: Ich glaube, dass man das nicht so pauschal auf beispielsweise ein Thema reduzieren darf. Natürlich – und ich glaube, das ist jedem bewusst – spielt das Thema Ernährung eine Rolle. Also, ich glaube, das ist ein Thema, mit dem sich jeder irgendwann im Laufe der Zeit auseinandersetzt: womit du dein Immunsystem stärken kannst, womit du auch Gutes für deinen Darm tun kannst. Das hängt ja eins und eins zusammen.  

Ein anderes Thema, mit dem ich mich eben auch beschäftigt habe, sind unterdrückte Gefühle. Das kann man sich richtig vorstellen: Gefühle, die man nicht selbst spüren möchte, die man nicht selbst wahrhaben möchte, die wir dann einfach nur runterschlucken, die setzen sich dann in unserem Körper auf unterschiedlichste Art und Weise fest. Das ist dann wie gestaute Energie. Und die unterbindet dann die Arbeit im Körper, diesen normalen Mechanismus, den der Körper aus einem natürlichen Reflex heraus macht. Und bei vielen ist der Darm ein Thema. Das muss nicht einmal eine Autoimmunerkrankung oder ähnliches sein oder auch eine chronisch-entzündliche Darmerkrankung. Bei vielen ist unter anderem der Darm ein Thema.  

Der Darm ist wiederum so wie der Friedhof für unterdrückte Emotionen. Es geht nicht einmal nur darum, Lebensmittel oder Nahrungsmittel zu verdauen. Es geht darum, wirklich deine Gefühle, dein Leben, Dinge, die dir passiert sind, Herausforderungen im Leben zu verdauen, damit umzugehen. Und genau das drückt auch das Immunsystem nach unten. 

Aber auch Thema Stress. Das fliesst ja alles ineinander ein. Das ist fast schon wie eine Vernetzung. All das, miteinander kombiniert, zieht auch das Immunsystem enorm nach unten. Das Immunsystem hat nicht die Möglichkeit, so zu arbeiten, wie es gern arbeiten möchte.  

 

Julia: Man weiss ja auch, dass Angst eine Art von Stress ist, auch Einfluss hat auf unser vegetatives Nervensystem hat und letzten Endes auch unser Immunsystem schwächt. Ich glaube, momentan bekommen wir ganz viele Dinge gesagt, die Angst machen können oder sogar Angst machen sollen. Letzten Endes lebt die Presse ja zum Beispiel auch von Angst. Je mehr Angst geschürt wird, desto spannender ist das zu lesen, desto süchtiger wird der Konsument dieser Medien ja auch. «Ich muss wissen, wie es weitergeht.»  

Unser Hirn – unser Reptiliengehirn – ist ja auch darauf ausgelegt, immer nach Gefahr Ausschau zu halten und nach Gefahr zu suchen. Das schwächt letzten Endes unser Immunsystem auch noch weiter, wo wir es gerade jetzt eigentlich besonders dringend brauchen.  

 

Svenja: Es gibt diese Angst, die in der spirituellen Szene jetzt total verhöhnt wird: «Hab keine Angst!»«Geh in dein Licht!» Und was machen wir? Wir unterdrücken. Und ich glaube, das ist erstmal nicht der richtige Ansatz.  

Die Angst ist schon wichtig, weil sie ja wirklich auch in vielen Dingen unser Überleben sichert. Das heisst, sie ist nichts Böses oder Schlechtes. Ich glaube, es gibt aber einen Unterschied zwischen einer Angst, die anfängt, dich komplett zu kontrollieren und einer Angst, die du als Antrieb nutzen kannst. Du kannst dich mit ihr auseinandersetzen und sogar diese Energie und das Potenzial dahinter für dich nutzen. Da beginnst du dann, diese Energie hinter der Angst in Bahnen zu lenken, wo sie dir vielleicht Gutes tut 

Ja, im Moment ist die Angst da vielleicht krank zu werden oder vielleicht gesundheitliche Probleme zu bekommen, aber lässt du dich jetzt von dieser Angst kontrollieren und sinkst damit eigentlich immer tiefer? Oder nutzt du diese Kraft und beginnst, jetzt etwas für dich zu tun? Rauszugehen an die frische Luft – soweit das möglich ist. Auf deine Ernährung zu achten. Vielleicht das Stresslevel herunterzufahren. Sich einmal an der Meditation auszuprobieren. Es ist auch schön einfach zu sehen, dass Angst nichts Schlechtes ist und nichts, was wir zur Seite schieben sollten.  

 

Julia: Genau, auch ruhig spüren und fühlen. Ich glaube, Robert Betz hat einmal gesagt: „Gefühle wollen einfach nur gefühlt werden.“ Das finde ich so schön. Gefühle sind an sich ja eigentlich nichts, was uns schwächt oder wehtun kann. Das Problem entsteht ja erst, wenn ich die Gedanken habe: «Ich sollte das Gefühl jetzt aber nicht haben. Ich will, dass das weggeht.» Erst der Gedanke, den ich darüber habe, macht eigentlich das Gefühl zum Problem.  

 

Svenja: Genau. Was auch interessant ist: Gefühle sind letztendlich fliessende Energie. Es ist ganz natürlich, dass die kommen und dass sie wieder gehen. Wie der Fluss, wie die Welle. Aber wir Menschen haben die Angewohnheit, Gefühle festzuhalten, wenn sie kommen 

Das ist zum Beispiel auch so mit der Angst. Wenn man da noch weiter geht und tiefer in die Materie einsteigt, kann man tatsächlich auch süchtig nach bestimmten Gefühlen werden. So etwas wie jetzt Medien zu konsumieren. Das ist genau so ein Thema. Der Körper schreit irgendwann schon danach, in dieses Gefühl von Angst zu gehen, denn er kennt das ja. Das ist für ihn ja normal geworden. Das ist ein Programm, das tagtäglich abgespielt wird.  

 

Julia: Was würdest du denn jetzt konkret empfehlen, wenn jetzt jemand sagt: «Okay, also ich habe verstanden, dass, wenn ich gesund werden möchte, es sinnvoll ist, mich mit meinen Gefühlen zu beschäftigen oder mit mir selbst zu beschäftigen. Hast du vielleicht konkrete Tipps, wie man damit anfängt? Wie man so den Einstieg bekommt? 

 

 

Wer bin ich eigentlich wirklich?

 

Svenja: Ich glaube, der allererste Schritt wäre, sich im Alltag dem bewusst zu werden. Wie vieles machen wir unbewusst? Wenn Gefühle da sind, sollte man sich vielleicht auch wirklich einmal hinstellen und zugeben: «Ja, ich bin gerade wütend.» Ohne zu bewerten, warum bin ich gerade wütend. Wie fühlt sich das gerade an? Wo macht es sich vielleicht auch gerade in meinem Körper bemerkbar? Der eine ist wütend und merkt richtig, wie der Hals zu geht. Beim anderen, der ist wütend und zwei Stunden später merkt der: Okay, ich bin dreimal auf Toilette gewesen und habe mir alles durchgehauen, weil das System damit nicht umgehen konnte. Erst einmal in das Bewusstwerden: Was passiert da gerade? Zum Beispiel auf der Gefühlsebene. 

Und dann gibt es natürlich viele verschiedene Möglichkeiten, tiefer zu blicken. Was ich immer sehr effektiv finde sind tiefe Trance-Meditationen. Da kann sich auch der Zuhörer oder die Zuhörerin – das wäre mein Tipp – vielleicht auch irgendwo Unterstützung holen. Denn in dem Moment fangen wir an, diesen Verstand, alles das, was da oben im Kopf herumschwirrt, auszuschalten und ins Unterbewusstsein hineinzugehen. Wir haben da wirklich die Möglichkeit in Kontakt mit Organen, mit heruntergeschluckten Gefühlen zu treten, auch mit Traumata, mit Herausforderungen, mit Dingen, die wir nicht verarbeitet haben. Das hilft auch, Dinge anzunehmen, vielleicht auch mal das Geschenk dahinter zu finden. Wie kann ich das denn zu meinem Vorteil nutzen gerade? Und damit aber auch loszulassen, wieder in den Fluss zu kommen.  

Ich denke mal, es ist mittlerweile bekannt, sich triggern zu lassen. Das sind eigentlich Möglichkeiten herauszufinden, was in mir stattfindet, denn ich würde nicht auf etwas im Aussen reagieren, wenn es nicht in mir etwas auslöst. Das heisst, auch mit Triggern zu arbeiten anfangen.  

 

Julia: Und «Trigger» heisst einfach: Ich werde zum Beispiel wütend oder traurig oder fühle mich angegriffen und gehe in die Verteidigung. Sind das Trigger?  

 

Svenja: Genau. Letztendlich reagiert dein System überproportional auf Situationen, die im Aussen passieren.  

 

Julia: Ich denke, wir haben schon ein paar gute Infos gegeben, wie man einsteigen kann. Wo findet man dich? Wenn jetzt jemand sagt: „Ich möchte da gern tiefergehen.“ Da hast du bestimmt auch gewisse Unterstützungsmöglichkeiten. Erzähl doch mal, was du so anbietest und wo man dich findet.  

 

Svenja: Zum einen auf meiner Website www.svenjareccius.de. Wer wissen möchte, wie ich arbeite, mit welchen Themen ich mich beschäftige, für den gibt es auch den Podcast EinsSein. Da gebe ich auch immer zu verschiedenen Themen Inspiration, Tipps und Tools, die man ganz einfach in den Alltag integrieren kann. 

Wenn es verschiedene Themen gibt, mich einfach einmal anschreiben. Entweder über E-Mail, über die Website oder auch auf Instagram svenja.reccius einfach mal auf mich zukommen. Denn in erster Linie arbeite ich mit den Menschen bei sich selbst, also so, dass wir wirklich auf die tiefere Ebene gehen und von dort aus, von dieser inneren Heilung in die äussere übergehen. Das ist das Konzept, das ich verfolge. Bitte jederzeit frei fühlen mich anzuschreiben und zu sagen: «Hey, da und da stehe ich gerade und komme nicht weiter. Wie könntest du mir helfen, Svenja?» 

 

Julia: Also, grundsätzlich arbeitest du mit Menschen, die irgendein körperliches oder gesundheitliches Problem haben und da nicht weiterkommen. Ist das richtig? 

 

Svenja: Genau. Es geht auch auf gesundheitlicher Ebene, aber eben auch dieser emotionalen, denn das ist sehr verwoben miteinander.  

 

Julia: Natürlich. Ich denke, wenn die Hörerinnen und Hörer aus diesem Gespräch etwas mitnehmen, dann ist es ja vor allem diese Verbindung von Emotionen, von «Wer bin ich eigentlich wirklich?» mit unserer «äusseren» Gesundheit. Man sieht, dass da wirklich ein Zusammenhang besteht und dass man das auch so angehen kann.  

Äusserliche Dinge helfen oft gar nicht. Bei dir war das ja ein gutes Beispiel. Du hast die Medikamente genommen, du hast die Ernährung umgestellt usw. und trotzdem hat es dich eigentlich nicht weitergebracht. Erst als du angefangen hast, diese inneren Themen auch anzuschauen – Stress, Gedanken, Emotionen und so weiterging es dir besser. Und so vermittele ich das ja auch mit meinem Darmglück-Konzept, darum passt das ja auch so gut hier hinein.  

Gibt es zum Abschluss noch irgendetwas, das du den Hörerinnen und Hörern gern mit auf den Weg geben möchtest?  

 

Svenja: Wir sind ja vorhin schon darauf eingegangen und vielleicht auch gerade einfach zur aktuellen Situation: Beginnt wirklich wieder, Eigenverantwortung zu übernehmen und euer Leben zu lenken. Macht euch Gedanken darüber, was ihr wirklich wollt und gebt diese Macht und diese Verantwortung nicht ab. Das ist ein mega-schönes Tool. Das habt ihr geschenkt bekommen. Nutzt es, um euer Leben damit zu gestalten.  

 

Julia: Und das eben als Chance zu sehen und nicht als Widrigkeit.  

 

Vielen lieben Dank, liebe Svenja, für das tolle Gespräch. Ich bin sicher, du hast hier auch viele Leute inspirieren können einmal ein bisschen tiefer zu gucken.  

 

Die Links zur Folge lauten:

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Podcast: https://www.svenjareccius.de/podcast

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