Am 25.7.2015 fahren mein Mann Roman und ich nach Berlin zur Paleo Convention. Um dir einen Eindruck davon zu verschaffen habe ich ein Interview mit Leon Benedens geführt, dem Mit-Organisator eben dieser Paleo Convention.

Er erzählt dir hier, was Paleo überhaupt ist, was die Besucher der Convention erwartet und wie er selber mit dem Paleo Lebensstil im Alltag umgeht.

Danke Leon für dieses nette und spannende Interview!

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Leon mit seiner Frau und seiner kleinen Tochter (Quelle: www.paleolifestyle.de)

Leon, wenn du Paleo in wenigen Worten beschreiben müsstest, was würdest du dann sagen?

Ich sage immer ganz kurz: „Es ist die natürlichste Art zu leben“ oder „Paleo ist die natürlichste Basis, um zu einer individuell perfekten Ernährung zu gelangen“. Beides macht neugierig und öffnet die Chancen für ein schönes Gespräch. 

Was ist die häufigste Frage, die dir gestellt wird zu Paleo?

„Was frühstückst du denn dann?“. Das leidliche Thema der Deutschen. Frühstück. Brötchen und Aufschnitt.

Meine Antwort lautet immer, dass ich für mich den Begriff Frühstück nicht mehr kenne. Ich esse früh genau das, was ich auch Mittags oder Abends essen würde. Meist Frühstücke ich aber gar nicht, sondern starte den Tag mit einem gemütlichen Tee und schaue, wie ich den Tag für mich gewinnen kann. Wer Paleo ausprobiert hat, weiß, dass man dank guter Fette ohne Probleme mit einem Abendessen bis in den nächsten Nachmittag rein aushalten kann.

Welches Vorurteil über Paleo nervt dich am meisten? Welcher Aspekt von Paleo überrascht die Leute am meisten?

Es ist vielmehr ein Argument, das man immer wieder hört: „Du kannst dich doch gar nicht wie in der Steinzeit ernähren“. In dem Moment verfluche ich den Begriff Paleo (nicht das Konzept dahinter!).

Darum geht es überhaupt nicht. Es geht um den Weg zurück zur Natürlichkeit (Ernährung, Bewegung, Denken, soziales Miteinander, usw.) … und wir können uns auch mit Paleo beschäftigen, ohne über Steinzeit nachdenken zu müssen. Viel spannender finde ich die Ableitungen und Schlüsse, die man aus dem Leben „moderner“ Jäger- & SammlerVölker ziehen kann.

Manchmal sage ich auch, dass man keine eine, zwei oder drei Millionen Jahre zurückblicken muss, sondern nur 100 oder 150 um zu sehen, wie stark wir die Umwelt verändert haben (inkl. Lebensmitteln) und dass wir uns daran überhaupt gar nicht anpassen können.

Am meisten überrascht sind Leute von Paleo, wenn ich mal aufzähle, wieviel Gemüse ich täglich esse, mit Fleisch als Beilage und nicht andersherum.

Du bist ja Mitorganisator der Paleo Convention am 25.7.in Berlin. Was genau ist diese Convention und was erwartet die Besucher?

Die Convention ist die erste Veranstaltung in Deutschland, die alle Aspekte des Paleo Lifestyle (der Paleo Lebensart) an einem Tag präsentiert und erlebbar macht. Es ist quasi ein Mix aus:

  • Offenem Markt (Eintritt 2€ vor Ort): 20+ internationale Aussteller aus dem Lebensmittelbereich bis zur Präventivmedizin, sowie Koch-Shows, Bewegungs-Shows und circa 10 köstliche Food-Stände von tollen Paleo Restaurants wie dem Sauvage oder etwas das Herz und Niere.
  • Einem exklusiven Symposium (Ticket vorab online zu erwerben): 10+ internationale Speaker mit Hightlights wie Dr. Paul Jaminet, Adel Moussa, Dr. Sabine Paul, Prof. Dr. Spitz und vielen weiteren, so wie 10+ Bewegungsworkshops (Von Barfußlaufen – Kettlebelltraining).

Unser Ziel ist es ein Event zu veranstalten, was Paleo in Deutschland ein Stück weiter bringt und mehr in den Fokus rückt. Es ist eine tolle Bewegung, die es sich zu fördern lohnt!

Wir wollen auch, das jeder Paleo (er)leben kann, daher haben wir die Zweiteilung auf dem Gelände gewählt. Relaxe, Schlemmen, Lernen, Bewegung; Alles ist möglich!

In diesem Video erfährst du noch ein wenig mehr über die Convention:

Ihr konntet international renommierte Speaker gewinnen für die Convention. Gibt es für dich jemanden, den du als besonderes Highlight bezeichnen würdest?

Ganz persönlich: Ich freue mich sehr auf Dr. Paul Jaminet, der mich mit seinem Buch „Perfect Health Diet“ sehr inspiriert hat. Er kommt extra aus den USA!

Aber auch die anderen Speaker sind alles Spitzenleute auf ihrem Gebiet.

Gibt es noch Tickets, und wenn ja, wo kriegt man die? 

Für den offenen Markt&Messe-Bereich reicht es, einfach vorbeizukommen an dem Tag. Wenn man aktiv lernen möchte, dann kann man sich vorab Tickets online auf www.paleoconvention.de kaufen.

Es sind tatsächlich noch Tickets da, allerdings nicht mehr sehr viele. Wir waren von dem Ansturm auf die Tickets, dann doch selbst etwas überrumpelt.

Insgesamt sollen am Symposium etwa 300 Personen teilnehmen können.

Wer noch nicht dabei ist: First come, first serve!

Anmerkung von Julia: Leon hat uns grosszügigerweise einen Gutschein von 10 Euro auf die Tickets zur Verfügung gestellt. Hier kannst du dir diesen Gutschein sichern

Zum Schluss noch zwei persönliche Fragen: Deine Frau und du, ihr ernährt ja auch eure Tochter nach Paleo. Wie seid ihr denn auf diese Idee gekommen und was sind eure Erfahrungen damit?

Naja, das klingt natürlich schon etwas hochgestochen, dass wir unsere Tochter nach Paleo ernähren. Soooviel Verschiedenes isst sie ja noch nicht (10 Monate alt!) *lach*.

Aber es war uns immer klar, dass wir „Real Food“ zubereiten möchten und sie liebt beispielsweise Leber vom Weiderind in Butter angebraten mit Eigelb vermischt als Brei! Fertignahrung kommt für uns nicht in die Tüte, die Mühe ist es uns wert und wer die Kleine kennt, könnte meinen, sie hat dadurch einen sehr guten Energielevel (Zum Leidwesen der Eltern *g).

Wir richten uns im Wesentlichen nach den Empfehlungen von Chris Kresser, der dazu viel Material veröffentlicht hat! Über einiges davon schreiben wir dann auch auf unserem Paleo Blog. Darunter auch eine Menge Paleo Rezepte, die kindertauglich sind.

Wie geht ihr mit dem sozialen Druck um? 

Wir sind entspannt (sagt man jedenfalls öfter über uns). Die Leute, die mir wichtig sind und die Paleo zuerst ins Lächerliche gezogen haben, sind allesamt mittlerweile zumindest teilweise selbst Verfechter. Ich verschenke extrem gerne Bücher und lasse andere Sprechen, die noch viel mehr Ahnung haben als ich. Zum Beispiel das Buch von Heidrun Schaller „Paleo (Re)volution“.

Ansonsten erfahren wir nicht viel sozialen Druck, weil wir die richtigen Leute um uns haben.

Habt ihr auch Freunde oder Familienmitglieder, die nicht nach Paleo essen und euch zu überreden versuchen, auch mal etwas nicht paleo-taugliches zu essen?

Absolut! Und pass auf: Wir essen auch mal was ganz und gar nicht paleo-taugliches. Wir sind nicht dogmatisch unterwegs. Wir beide haben sehr gute Entzündungswerte (CRP, Interleukin usw.), sehr gute Werte in den Mineralstoffanalysen und auch keine akuten Beschwerden, wenn wir mal ein Stückchen Kuchen essen.

Es muss aber immer eine bewusste Entscheidung sein. Und wie es Svenja Trierscheid in ihrem neuen Buch „Glutenfreie Delikatessen“ so schön sagt: Wenn man Süßes isst, spielt es keine große Rolle, ob da jetzt Honig oder Rohrohrzucker drin ist, am Ende ist und bleibt es etwas Süßes – also etwas Ungesundes (so sinngemäß).

Für uns persönlich ist das dann „Soul Food“ … also für die Seele. Und gegen Omas Käsekuchen 2 Mal im Jahr kommt nichts anderes an *g.

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