Teil 5 der Mini-Serie „Dranbleiben“ ist hier! Nicole Bailer geht darin auf ein überaus wichtiges Thema ein, welches uns oft dabei sabotiert, unser Vorhaben auch tatsächlich durchzuziehen:

Du kennst folgende Situation: Du hast Dir fest vorgenommen heute Joggen zu gehen. Das Wetter ist super, Du steckst voller Enthusiasmus, ziehst gerade Deine Laufschuhe an und gehst zur Türe. Doch das Telefon klingelt. Deine Schwester ruft an und bittet dich, sie doch „eben mal kurz“ zum Arzt zu fahren weil ihr Auto nicht anspringt. Na toll…… „Klar, ich kann sie ja nicht im Stich lassen“, denkst Du und fährst los.

Das andere Mal freust Du Dich auf einen freien Nachmittag an dem Du mit deiner Ausarbeitung für Dein Buch weitermachen kannst und machst es Dir bequem. Da schickt Dir dein Mann eine SMS mit der Bitte noch einige Dinge für ihn zu erledigen, weil er heute später aus dem Büro nach Hause kommt.  Also Stift weglegen ist angesagt, weil konzentrieren kannst Du dich jetzt ohnehin nicht mehr und ab auf die Piste.

Das ganze passiert uns aber nicht nur einmal im Monat – dann wäre das ja alles nicht so dramatisch. Nein, es passiert uns oft – zu oft. Warum?

Weil wir uns nicht abgrenzen können.

Es ist aber sehr wichtig sich abzugrenzen. Das hat nichts mit Egoismus zu tun oder blinder Zielstrebigkeit nach dem Motto : „ohne Rücksicht auf Verluste.“ Nein, sicher nicht. Aber wenn wir an etwas dran bleiben wollen, etwas erreichen möchten, dann müssen wir hin und wieder Grenzen ziehen.

Grenzen kann ich dann ziehen, wenn

  • Ich mich und mein Anliegen für wichtig genug halte
  • Ich für mich selbst einstehen kann.

 

Ich möchte Dir hierfür ein persönliches Beispiel nennen:

Als ich mit Bloggen begann und mir diverse Seminarthemen erarbeitet habe, tat ich dies – logischerweise, von Zuhause aus. Mein familiäres Umfeld wusste, super die Nicole ist jeden Tag Zuhause – sitzt am PC und am Telefon, kann tun und lassen was sie will – sie ist greifbar!

Also kamen täglich irgendwelche Dinge „dazwischen“, kaum dass ich an meinem Schreibtisch saß. Entweder wollte die Oma zum Einkaufen gefahren werden; der Onkel brauchte Hilfe beim Reifenwechsel oder die Schwester nahm mich viel zu oft mit zum Kaffee trinken (nur kurz!)

Ich war überall dabei, habe alles gemacht und habe geholfen wo ich konnte. Super, kann ich doch zufrieden sein oder? Jeden Tag eine gute Tat! Das mag zwar sein aber mein Stück Papier war halt immer noch weiß und meine Homepage noch immer nicht eingerichtet. Naja, morgen wird schon nichts dazwischen kommen.

Mittlerweile war ich schon total verkrampft und wartete innerlich dauernd auf das Klingeln des Telefons.

Das ging über viele Wochen so. Ich wurde immer wütender auf mich selbst und frustriert. So konnte es doch nicht weitergehen. Entweder die Anderen oder Ich – das war irgendwann mein Standpunkt. Beides schien nicht zu funktionieren. Also habe ich, nachdem ich meine Tochter in den Kindergarten gebracht habe, meine Zelte in verschiedenen Cafés aufgeschlagen. Herrlich! Aber dieser Fluchtversuch war auch nicht von langer Dauer, denn wirklich konzentrieren konnte ich mich nicht inmitten von Schülern und Geschäftsmenschen, die aufgeregt ihre Geschichten austauschten. Mal ganz davon abgesehen, dass so ein Frühstück, welches ich mir natürlich gegönnt habe, an 5 Tagen in der Woche ganz schön ins Geld geht 😉

Also blieb mir nichts anderes übrig als mich mit diesem Thema anständig auseinander zu setzen.

Ich bin dann viel in die Meditation gegangen und habe in der Stille nach Antworten gesucht. (Wenn Meditation nicht „deins“ ist, dann kannst Du auch spazieren gehen oder einfach nur einen ruhigen Platz suchen und zur Ruhe kommen.)

Die Antworten kamen dann auch recht deutlich bei mir an und so konnte ich folgende Baustellen angehen:

  • „Wenn ich möchte, dass mein Umfeld mich und meine Arbeit ernst nimmt, dann sollte ich das zuerst selbst machen.“ Ich hatte bis dato nicht groß darüber gesprochen, was ich denn eigentlich die ganze Zeit da am PC mache und was ich vorhabe. Mein Umfeld konnte also nicht wissen, dass ich nicht zum Zeitvertreib im Netz surfe oder Spielchen spiele. Ich habe mir zuerst innerlich klar gemacht: DAS ist kein Hobby – DAS ist DEIN Leben, DEINE Berufung und das DARF jeder wissen! Also konnte ich es tatsächlich vom Innen ins Außen transportieren, indem ich….
  • ….. dazu stand. Ja, denn mein Umfeld würde mich lieber im Büro sehen oder in einer Kanzlei o.ä. Eben in einem „normalen“ Beruf, etwas Sicheres und Sinnvolles tun – nicht „sowas“. Aber: Ihr Plan ist nicht mein Plan. Mein Leben ist die Begleitung anderer Menschen auf ihrem Weg ein selbstbestimmtes Leben zu führen. Klar gibt es manches Mal Momente in denen auch ich ins Wanken gerate und mir überlege: Wäre es nicht doch vernünftiger wieder ins Hamsterrad einzusteigen? Aber zum Glück bin ich so happy in dem was ich mache und so beseelt, dass ich nicht mehr ins „alte System“ zurück möchte.

So und nun wieder zurück zu unseren Grenzen. Wenn wir möchten, dass wir Ernst genommen werden und an einer Sache dran bleiben, dann müssen wir lernen „NEIN“ zu sagen.

Es gibt die unterschiedlichsten Gründe, warum es uns schwer fällt dies zu tun: Wir wollen nicht egoistisch wirken; haben Angst vor Ablehnung oder haben Angst etwas zu versäumen. Unser Umfeld ist es schließlich auch nicht gewöhnt von uns, ein „NEIN“ zu hören und deshalb werden sie uns ein schlechtes Gewissen einreden, auf die Mitleidstour kommen oder uns anderweitig unter Druck setzen. Doch wenn wir uns vor Augen halten, welchen „Preis“ wir dafür bezahlen, wenn wir dauernd nachgeben und uns ablenken lassen – kann dies eine tolle Motivation darstellen, standhaft zu bleiben. Unser Preis ist nämlich verdammt hoch: Wir geraten unter Druck, weil wir viel Energie für Dinge aufwenden müssen, die uns eigentlich gar nicht weiterbringen; wir fühlen uns vielleicht ausgenutzt oder einfach nur gestresst, weil wir uns zusätzlich Dinge aufladen und UNS selbst dabei hinten an stellen.

Du darfst Dir und Anderen ruhig sagen: Meine Zeit ist auch wertvoll. Ich bin wichtig und meine Kraft ist nicht endlos – ich muss auch nach mir schauen.

Du bist kein schlechter Mensch, wenn Du nicht immer „JA“ sagst. Niemand kann immer alles und für jeden machen. Es geht hier um Dich! Du hast eine Verantwortung für Dich und Dein Leben und nur wenn Du selbst genug Energie hast, kannst Du diese auch weitergeben.

Das wichtigste beim „NEIN“-sagen ist, nicht brutal sondern klar/deutlich zu sein. Damit meine ich, dass  DU nicht einfach ein NEEEEIIN ins Gesicht deines Gegenübers brüllst, sondern ihm begründest warum Du im Moment nicht zur Verfügung stehst. Du sollst dich nicht rechtfertigen aber der Person die Gelegenheit geben, deine Entscheidung nachzuvollziehen. Ob er oder sie es letztendlich in Anspruch nimmt, liegt nicht in unseren Händen aber eine Begründung war schon immer besser als ein „DAS IST JETZT HALT SO“ 😉

Wenn wir damit beginnen NEIN zu sagen, müssen wir oftmals mit Gegenwind rechnen. Unser Umfeld ist es ja schließlich nicht gewohnt, dass wir uns durchsetzen und diese 4 Buchstaben benutzen. Aber bleib dabei und Du wirst sehen wie sich nach einer gewissen Zeit eine Routine darin einspielt und unser Umfeld es sogar als eine tolle Leistung von Dir empfinden wird, weil Du konsequent warst und bist. Du zeigst somit Dir und allen anderen: Das was ich hier mache / vorhabe ist mir wichtig und möchte und werde DRAN BLEIBEN!

Wünsche Dir von Herzen, das Du es schaffst Nein zu sagen, wenn es nötig ist und die Kraft und das Vertrauen in Dich und Deine Ziele. Nimm Dich selbst ernst und andere werden es automatisch auch – das ist das Gesetz der Anziehung!

Genieße Dein Leben,

deine Nicole

Jetzt würde ich gerne von dir hören! Hat dir der Artikel gefallen? Hast du eine Frage an Nicole zum Thema Nein-Sagen? Hast du eine eigene Strategie entwickelt, wie du dich nicht von anderen ablenken lässt? Dann schreib einen Kommentar! 

Lies hier Teil 1 (Gastartikel von Ralf Gabler) der Dranbleiben-Serie
Lies hier Teil 2 (Gastartikel von Karin Wess) der Dranbleiben-Serie
Lies hier Teil 3 (Gastartikel von Karin Greitemann) der Dranbleiben-Serie
Lies hier Teil 4 (Gastartikel von Claudia Kaschender) der Dranbleiben -Serie

 

[yellow_box]Über Nicole Bailer

nicole_bailer KopieNicole ist gelernte Justizfachwirtin. Viele Jahre hat sie ihr Leben nach anderen Menschen ausgerichtet, bis sie gemerkt hat, dass das ein Fehler war! Heute unterstützt sie Menschen wie Dich dabei, ihre Persönlichkeit individuell weiterzuentwickeln. Hierfür nutzt sie Seminare, Vorträge, ihren Blog und auch Einzelcoaching-Sitzungen. Durch ihre Weiterbildung zur Gesundheitsberaterin rundet sie das Ganze ab, denn Themen wie Stress, Bewegung und Ernährung spielen eine zentrale Rolle wenn es darum geht, ein glückliches und gesundes Leben zu führen.

Sie kann persönlich ein Lied davon singen, wie schön es ist, das LEBEN zu LEBEN, das man sich WÜNSCHT!

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