Ernährungstipps WeihnachtenDie einen fürchten sie, die anderen freuen sich wie kleine Kinder darauf: die Adventszeit mit ihren vielen Versuchungen und nicht enden wollenden Einladungen und Schlemmereien. Die Vorfreude auf Vanillekipferl, Lebkuchen, Weihnachtspunsch oder den Festtagsbraten bei Mama lassen die Augen glänzen. Zumindest so lange, bis sich das schlechte Gewissen meldet.

Gewichtszunahme vorprogrammiert?

Es gibt den Spruch: Wir nehmen nicht zu zwischen Weihnachten und Neujahr, sondern zwischen Neujahr und Weihnachten. Und doch legen Studie wie diese nahe, dass wir vor allem in der Zeit vor und während der Weihnachtsfeiertage zunehmen, und dieses Gewicht während des kommenden Jahres auch nicht wieder verlieren. So kommen jedes Jahr zwar im Schnitt nur 0.5 kg dazu, aber das sind in 20 Jahren dann auch 10kg. Nicht so gut sieht das bei Menschen aus, die bereits übergewichtig sind. Denn diese nehmen im Schnitt 2.3 kg pro Jahr zu.

Und noch eine statistische Zahl habe ich für dich: 75% der jährlichen Gewichtszunahme findet in der Weihnachtszeit statt (laut dem European Journal of Clinical Nutrition).

Weihnachtszeit gleich Schlemmerzeit

Das müsste aber gar nicht sein. Denn die Feiertage könnten eigentlich eine ziemlich gesunde Zeit des Jahres sein, wenn man mal so genau darüber nachdenkt.

Denn:

  • Du verbringst mehr Zeit mit Freunden und Familie.
  • Du bekommst endlich mal wieder ein paar Tage frei und kannst Dinge unternehmen, die dir Spass machen.
  • Es ist die Zeit des Jahres, in der wir mehr Zeit in der Küche verbringen und selber frisch kochen.

Aber eben, es liegt an uns, diese positiven Grundvoraussetzungen auszunutzen.

Julias 7 Tipps, damit du dich nach Weihnachten immer noch gut fühlst

engel_pixabay_blog-compressorTriff dich mit Menschen, die du auch wirklich magst und meide lästige Pflichtveranstaltungen so gut es geht. Nutze die freien Tage für Dinge, die dir Energie und Freude schenken. Und wenn’s um die Ernährung und das Kochen geht, dann brauchst du nicht zu fürchten, dass ich dir jetzt den Spass an den ganzen Leckereien verderben möchte. Denn es gibt ein paar einfache Tipps, wie du die Klippen elegant umschiffst und du dich nach den Feiertagen immer noch fit fühlst.

Hier kommen sie:

1. Iss was du liebst, lass weg was du magst oder was man einfach zu Weihnachten isst.

Du bist nicht besonders scharf auf Christstollen oder Panettone und isst trotzdem ein Stück davon, weil dein Arbeitskollege nicht locker lässt? Deine Mutter hat von der Nachbarin Weihnachtsplätzchen aus dem Supermarkt geschenkt bekommen und stellt dir diese zum Kaffee hin? Statt gedankenlos zu Süssigkeiten zu greifen, die es jetzt einfach gibt, freu dich an den Sachen, die du wirklich heiss und innig liebst. Stell dir also die Frage: „Liebe ich das wirklich und würde ich es allem anderen vorziehen?“ bevor du zugreifst.

 

2. Belasse es bei einer Schlemmerei pro Woche.

Statt jeden Tag zu naschen, und dich dann wenn die Feiertage wirklich losgehen total überessen zu fühlen, belasse es doch einfach bei einer Schlemmer-Mahlzeit pro Woche. Plane ein wenig voraus und schlemme nur mit Mahlzeiten, für die es sich wirklich lohnt (vgl. Tipp 1)

 

3. Lass keine Mahlzeiten aus und geh nicht hungrig los.

Du denkst, wenn du heute Abend eingeladen bist, dann lässt du einfach das Mittagessen aus, um Kalorien zu sparen? Was auf den ersten Blick logisch klingt bewährt sich in der Praxis nicht, denn die Wahrscheinlichkeit ist extrem hoch, dass du bis zum Abendessen einen solchen Hunger entwickelst, dass du dich beim Aperitif auf alles stürzen wirst, was angeboten wird, und du viel zu viel (und zu schnell) davon isst. Blätterteiggebäck, Brötchen, Chips, Salznüsse und was sonst so typischerweise vor einem Essen angeboten wird ist aber nicht die ideale Nahrung, um dich nachher entspannt und angenehm gesättigt zu fühlen. Besonders wenn ich viel zu viel davon gegessen habe. Sie liegen schwer im Magen und bewirken, dass du dich schon bevor die Vorspeise serviert wird, irgendwie überfüllt fühlst. Deshalb mein Tipp: lass keine Mahlzeiten aus und iss mittags etwas Gesundes, das dich lange satt hält. Hummus mit Gemüse. Rührei mit Gemüse. Reste vom Abendessen des Vortags. Salat mit Hühnchen.

 

4. Bring selber etwas mit.

Viele unserer Kunden wissen, welche Nahrungsmittel ihnen nicht gut tun. Und wer möchte sich schon nach einer tollen Einladung stundenlang im Bett wälzen, mit Bauchschmerzen und Blähungen kämpfen oder sich über Kopfschmerzen ärgern? Das Gegenmittel lautet: biete dem Gastgeber an, dass du ein Gericht mitbringst! Er freut sich bestimmt, über etwas weniger Arbeit und die anderen Gäste kommen in den Genuss eines weiteren Gerichts. Win-win. Mitbringen könntest du zum Beispiel Gemüse-Sticks mit einem leckeren Quarkdipp zum Aperitif. Einen Quinoa Salat fürs Buffet. Oder Weihnachtsplätzchen mit extra wenig Zucker.

 

5. Trage körperbetonte Kleidung.

Leggings mit elastischem Gummi-Bund, weite Pullover und Kleider ohne Taille verleiten gerne dazu, noch ein zweites oder drittes Mal zuzulangen, obwohl man eigentlich schon satt ist. Mein Tipp: trage deine enge Jeans, oder das taillierte Wickelkleid, den eng geschnittenen Blazer oder sonst etwas, in dem du dich schlank und rank fühlst. Erstens sieht es toll aus, wenn du dich ein wenig chic machst und zweitens wirst du ganz automatisch kleiner Portionen essen, die dich aber genauso satt machen, glaub mir.

 

6. Achtsames Essen.

Das klingt jetzt vielleicht ein wenig lächerlich, aber viele Menschen realisieren kaum, wenn sie essen. Sie unterhalten sich, beaufsichtigen die Kinder, überprüfen ihr Handy auf neue Nachrichten und stecken dabei Löffel um Löffel in den Mund, ohne wirklich auf das Essen zu achten. Schalte deine Sinne ein, wenn du isst: wie sieht das Essen aus, wie ist es angerichtet auf dem Teller, wie riecht es, wie fühlt es sich an auf der Zunge und so weiter. Das führt dazu, dass du automatisch langsamer isst, besser kaust und auch tatsächlich merkst, wenn du langsam satt bist.

 

7. Iss ein gutes Frühstück.

Das Frühstück setzt den Ton für den ganzen Tag. Wenn du morgens schon mit super-süss anfängst, dann ist die Wahrscheinlichkeit, dass es für den Rest des Tages so bleibt eben einfach unheimlich hoch. Es bewirkt, dass du nach wenigen Stunden bereits wieder Hunger hast und so zum nächsten greifst. Wenn du hingegen morgens etwas isst, das dich 4-5 Stunden satt hält und du dich dann entspannt ans Vorbereiten des Mittagessens machen kannst, dann wirst du die viel besser Nahrungsauswahl treffen. Du findest hier ein paar Tipps für Frühstückszutaten ohne Zucker, vielleicht ist da ja etwas dabei, das du mal ausprobieren wirst?

 

Du siehst, es gibt schon ein paar Dinge, auf die du auch während Feiertagen achten kannst, ohne dir bestimmte Lieblingsspeisen verbieten zu müssen. Meine oberste Maxime lautet immer: Hauptsache, du isst echte, natürliche Nahrungsmittel, dann darf es ruhig auch Braten, Dessert oder Gebäck sein. Mit Liebe zubereitet und mit Verstand genossen, werden dir diese Weihnachtsschlemmereien bestimmt nicht schaden! Dabei erachte ich es als selbstverständlich, dass du Dinge, bei denen du von Anfang an weisst, dass sie dir nicht gut tun, einfach weglässt und mit anderen Sachen ersetzt.

Die Tipps zum Schluss: Wie „entschärfst“ du die grossen Feiertags-Gelage?

christmas-cookies-232097-compressorWenn du jetzt aber doch noch gerne ein paar konkrete Tipps hättest, wie du die 2-3 Feiertagsmenüs etwas gesunder gestalten kannst, dann habe ich auch das noch für dich bereit:

  • Iss zum Fleisch ausschliesslich Gemüse, knackigen Salat und eventuell gedämpfte Kartoffeln. Dies hilft, die Harnsäure-Überflüsse des Fleisches abzubauen. (Lass Brot, Nudeln oder andere Teigwaren einfach weg.)
  • Würze deinen Braten mit Kümmel, dieser fördert die Verdauung.
  • Iss Knoblauch oder Artischocken zum Braten, um die Gefahr des Cholesterin-Anstiegs zu dämpfen und Völlegefühl oder Übelkeit zu verhindern.
  • Senf beeinflusst die Produktion von Verdauungssekreten im Magen und Darm günstig, regt die Darmbewegungen an und wirkt auch auf den Blutdruck regulierend ein. Ausserdem hat er antibakterielle Eigenschaften, er wirkt also entzündungshemmend. Es macht also Sinn, zu fettigen Mahlzeiten Senf oder auch Meerrettich, Kresse oder Radieschen zu essen, welche Senföle enthalten.
  • Ersetze Fleisch mit Kaltwasser-Meeresfisch wie Lachs, Makrele oder Hering, um hohem Blutdruck entgegenzuwirken.
    Verwende Zimt für Plätzchen, Kompotte oder Bratensauce, denn das darin enthaltene Chrom senkt den Blutzuckerspiegel.
  • Backe Weihnachtsgebäck selber und verwende dafür weniger Zucker, als in den Rezepten angegeben ist. Auch kann Butter teilweise mit Quark ersetzt werden. Wage das Experiment!

 

Hast du noch Tipps und Tricks, wie du mit einem guten Gefühl im Bauch durch die Feiertage kommst? Achtest du während diesen Tagen auf irgendetwas oder lebst du eher nach dem Motto „Augen zu und durch“?

[woocommerce_my_account]