Sandra Elsig hat sich ihr Leben lang schon mit dem Thema Ernährung, Körpergefühl und Selbstbild auseinandergesetzt und teilt in diesem Interview ihre Erkenntnisse. Sandra ist fest davon überzeugt, dass das Erkennen ihrer Werte dazu geführt hat, dass bei ihr endlich die Pfunde gepurzelt sind.

In unserem Interview sprechen wir  über:

  • Wie Sandra es erlebt hat, ein übergewichtiges Kind und Teenager zu sein
  • Sandras Weg zur Erkenntnis der Ursachen ihres Übergewichts
  • Konkrete Tipps, um in die Versöhnung mit sich selbst zu kommen
  • Wie Sandra ihren beruflichen Wandel vom Personalbereich hin zu Coaching und Illustrationen erlebt hat
  • Wie wichtig es ist, seine eigenen Werte zu erkennen, sowohl für Individuen als auch für Firmen
  • Der Weg zu deinen Werten
  • Und: warum Gesundheit unbedingt zum Thema Werte dazugehört

 

Julia: So! Ich freue mich sehr, dass die liebe Sandra bei mir ist. Herzlich Willkommen Sandra, im Podcast!

Sandra: Ja hallo! Ich freue mich auch sehr, liebe Julia!

 

Übergewichtig als Kind und Jugendliche

 

Julia: Wir kennen uns ja schon persönlich und darum ist es besonders schön, dass ich dich jetzt hier auch im Interview habe! Und das Thema heute ist im weitesten Sinne das Thema Wertschätzung und was das vielleicht auch mit Ernährung zu tun hat. Magst du vielleicht mal ein bisschen erzählen, wie das Thema  Ernährung in dein Leben gekommen ist und wann das so angefangen hat, dass dich das Thema interessiert hat?

Sandra: Das war eigentlich schon sehr früh, wo dieses Thema bei mir aufkam. Ich habe als Kind schon zuviele Pfunde gegenüber den anderen gehabt, von daher war es schon recht früh ein Thema bei mir. Auch der Kinderarzt hat sehr unschön meine Mutter darauf hingewiesen, dass ich zu viele Pfunde habe und nicht so der Norm entspreche, obwohl ich ein sehr gesundes Kind war. Ich hatte selten die Grippe, war immer sehr gesund, bis auf das Gewicht. Als ich dann ins Teenageralter kam, wurde es irgendwann belastend.

Als Kind ging das besser, wobei es auch da schon Situationen gab, die einen gestört haben.

Aber als Teenager war das dann schwierig, wenn du die Einzige in der Klasse warst und dann gehänselt wurdest.

Von da an, gerade in der Lehrzeit, kann ich mich erinnern, dass ich dann die erste Diät gemacht habe. Damals kam die Trennkost auf, das war meine erste wirkliche Diät, die ich gemacht habe. Sie hat sehr geholfen! Ich hatte das Gefühl, das war der erste Schritt, wo einige Kilos verloren gingen und nicht mehr zurück kamen. Das Thema Ernährung hat mich dadurch geprägt und begleitet.

Julia: Wie hat denn deine Mutter reagiert? Weißt du das noch damals, als der Kinderarzt das gesagt hat? Hat sie dann auch versucht, die Ernährung umzustellen?

Sandra: Sie war anfangs geschockt. Sie hat es nicht toll gefunden, wie er das formuliert hat.

Für sie war es in dem Sinne nie ein wirkliches Problem. Sie hat uns auch immer gekocht, es war jetzt nicht so, dass wir uns ungesund ernährt haben. Aber gerade die Süßigkeiten waren damals ziemlich verlockend als Kind! Und später hat sie mich bei der ersten Diät während der Lehre unterstützt.

Sie selbst kämpft auch immer mit ihrem Gewicht, sie ist auch nicht eine schlanke Frau, aber ich glaube für sie war es dann eher nicht überraschend, für sie war das nicht wirklich ein Problem. Sie hat mich immer geschützt!

Julia: Schön! Und wenn du jetzt selbst aus deiner heutigen Sicht zurückschaust, glaubst du, dass damals wirklich die Ernährung das Problem war, oder gab es da vielleicht andere Dinge, wo du sagst „Im Nachhinein kann ich es anders verstehen.“

Sandra: Wenn ich jetzt so zurückblicke mit dem ganzen Wissen, was ich jetzt im Rucksack habe, denke ich nicht, dass es in erster Linie die Ernährung war. Ich glaube es war mehr in vielen Situationen für mich wie ein Schutz, was ich später erkannt habe. Dieser Ring war wie mein Schutzschild und ich glaube ich habe mich oft dahinter versteckt.

Ich glaube das war ein großer Anteil für dieses Gewicht, weil ich jetzt auch gemerkt habe, wenn man sich später diesen Themen stellt, dass das effektiv auch einen Einfluss aufs Gewicht hat. Ich denke da gehört noch ganz viel mit dazu, als nur die Ernährung oder nur die Bewegung. Das gehört zwar dazu, aber ich glaube es ist wichtiger, die Gesamtheit „Warum bin ich so? Und was macht das mit mir?“ zu erkennen.

Selbstliebe Sandra Elsig

Der Kampf gegen den Körper

 

Julia: Und wann in deinem Leben hast du angefangen, diese Zusammenhänge zu erkennen? Wie ist es gekommen, dass du irgendwann gesagt hast: „Ok, die Ernährung alleine ist vielleicht gar nicht der springende Punkt.“?

Sandra: Ich glaube, das hat erst so in den letzen 10 Jahren ‚leise‘ angefangen. Ich habe stark erkannt, dass ich immer irgendwo gegen meinen Körper einen Kampf geführt habe und gerade gegen meinen Bauch.

Als dann unser Sohn auf die Welt kam, war es für mich das erste Mal, wo ich mit dem Bauch ein bisschen in den Frieden kam, weil er eines der schönsten Dinge in meinem Leben auf die Erde gebracht hat!

Kurz bevor ich schwanger wurde, habe ich ziemlich viel abgenommen und hatte dann Angst während der Schwangerschaft, dass wieder alles zurückkommt. Gerade jetzt die letzten 7 Jahre habe ich mich nochmals intensiv mit diesem Thema beschäftigt – also auch wieder einen Kampf geführt und mich nach etwas gesehnt, was irgendwie so nicht geht.

Und erst, als ich in den letzten Jahren in eine Akzeptanz kam mit mir selbst, mit einer Selbstliebe, und diesen Kampf mehr oder weniger aufgeben konnte – irgendwie veränderte sich dadurch auch der Körper und dann natürlich auch die Ernährung.

Du wirst achtsamer, du verstehst auch, was der Körper dir für Botschaften sendet, was dir gut tut, was dir nicht gut tut. Und ich glaube das ist wie ein ganzer Kreis. Und erst wenn der sich schließt, passiert dann auch etwas sehr Nachhaltiges im Körper. Und für mich war bzw. ist das die große Erkenntnis. Dass gerade diese Akzeptanz – sich erstmal so zu akzeptieren wie man ist – dass das der erste Schritt ist. Mut, damit dieser Kreis sich schließen kann.

 

Konfrontation ist nötig

 

Julia: Was hat dir denn geholfen? Jeder sagt, man soll sich lieben, wie man ist. Das ist bisschen so ein Mantra, wo alle mit rumlaufen. Aber wie macht man das denn konkret, oder gibt es irgendwelche Dinge, die dir geholfen haben, wirklich das zu erfahren und auch so leben zu können: „Ja ich akzeptiere mich tatsächlich so, wie ich bin“ ?

Sandra: Man kommt nicht um die Konfrontation herum. Als ich im Gespräch mit einer Freundin war, haben wir über meinen Bauch gesprochen und später als sie weg war, habe ich mit dem Handy ein Selfie von meinem Bauch gemacht und das war für mich ein AHA-Effekt, weil der Bauch in meinem Kopf viel größer war, als auf diesem Selfie.

Oder sich später mal mutig vor den Spiegel zu stellen und sehr liebevoll mal mit diesem Körper umgehen. Es gibt ja auch ganz viele schöne Dinge an einem selbst. Und sich von gewissen Klischees verabschieden und diesen Kampf aufgeben, weil es ein Kampf gegen sich selbst ist.

Ebenfalls ein AHA-Effekt für mich war auch, dass ich so viele Jahre so viel Zeit verschwendet hatte mit irgendwelchen Verzichten und mit dem Kampf gegen diesen Körper. das hat mich irgendwo sehr traurig gestimmt. und es gab diesen wundervollen Film „Embraced“*, der für mich zu einem guten Zeitpunkt kam. Von den Frauen, die sich mit ihren Schicksalen so mutig gezeigt haben, ich glaube das hat wirklich viel mit ihm zu tun.

Oder dieses Aussehen. Wie man aussehen sollte, sich ein Stück weit von dem zu verabschieden, weil wir nicht alle dieser Norm entsprechen können und ich auch nicht will! Ich glaube das hat ganz viel damit zu tun, ich glaube man kann nicht einfach am Morgen aufstehen und sagen „Ab heute liebe ich mich jetzt selbst so wie ich bin!“. das ist ein Prozess. aber ich denke, man kommt nicht um diese Konfrontation herum.

 

Welche Lebensbereiche verändern sich durch Selbstliebe

 

Julia: Hat sich denn die Suche nach der Selbstliebe auch in anderen Bereichen in deinem Leben ausgedrückt? Nicht nur auf den Körper und die Ernährung bezogen.

Sandra: Ja, zB. in der Partnerschaft merkt man das natürlich, weil vorher bist du immer in einer Abhängigkeit und versuchst dir sehr viel von außen zu holen, also gerade vom Partner – das ist natürlich der intensivste Betroffene. Man suhlt sich irgendwo immer in dieser Bestätigung von außen. Irgendwann merkt man selbst, einem ist gar nicht so wohl, aber man erhofft sich dann die Bestätigung von außen.

Das hat dann auch zu vielen Konflikten geführt, weil man hört vielleicht nicht gerade das, was man gerne hören will und gerade für einen Mann ist das dann eh schwierig, wenn sie dieses Thema beurteilen sollen/dürfen.

Seitdem ich in dieser Zufriedenheit bin, hat sich das sehr positiv auf unsere Partnerschaft ausgewirkt. Man gibt sich anders und man zeigt sich anders und man gibt sich selbst immer wieder die Bestätigung und man sucht sie nicht mehr von außen.

Ich glaube, das wirkt sich auch auf den Beruf, auf die Dinge die du tust, aus. Das wirkt sich überall aus, weil diese Selbstliebe gibt dir allgemein Unterstützung, dass du immer mehr in anderen Bereichen das tun kannst, was du gerne willst und dich auch mit diesen Ideen und Visionen und Dingen, die du kreierst auch mutig zeigst, wo du dich vielleicht früher eher weniger gezeigt hast oder das natürlich auch bewertet hast. Ich denke, das wirkt sich überall aus. Auch auf die Kindererziehung ; dass du deinem Sohn mitgibst, dass man die Selbstliebe und Selbstakzeptanz unglaublich wichtig ist.

 

Sandras Selbstliebe hat auch einen beruflichen Wandel bewirkt

 

Julia: Genau, das glaube ich auch. Und ich denke auch, dass es mit Selbstliebe zu tun hat. Zum Beispiel im beruflichen, oder was meine Talente angeht. Wenn ich das ausdrücken kann, was eigentlich in mir schlummert. Und ich habe ja auch ein bisschen beobachtet, was du so tust. Du hast ja schon einen ziemlichen Wandel gemacht, vom ursprünglichen Personalbereich hin zu dem, was du jetzt machst. Magst du da ein bisschen erzählen, wie dieser Wandel so stattgefunden hat?

Sandra: Ich denke auch damals im Personalbereich habe ich viele Dinge gerne gemacht, aber hatte immer eine stetige Unzufriedenheit. Irgendetwas hat mir immer gefehlt, wie auch beim Körper. Und irgendwann aber den Mut zu haben, sich der Frage zu stellen „Ja was fehlt mir denn, was ist denn dieses Puzzleteil?“.

Bei mir habe ich es damals stark gemerkt, dass die Kreativität all die Jahre viel zu kurz kam und ich für mich mit den Hearty Heroes einen Weg gefunden habe, ohne dass ich das geplant habe, zu zeichnen und zu illustrieren und da eigentlich in einen riesen Wachstum kam und mir jetzt eine Fähigkeit angeeignet habe, die wunderschön ist.

Und gerade an diesem Punkt wieder zu merken, ‚die waren jetzt ein Teil von mir‚ die sind wie bei mir, aber da gibt es jetzt noch viel mehr ,was raus will und jetzt auch zu erkennen, dass man mit diesem Potenzial viel mehr machen kann, dass die Hearty Heroes mich da weiterhin begleiten. Aber es geht für mich mehr darum, mich zu zeigen mit all diesen Erfahrungen und ich die Wertemanufaktur eröffnet habe mit dem Glauben daran, dass ich Einzelpersonen und Unternehmen plus Mitarbeiter viel mehr darin bestärken möchte, ihre eigenen Werte wirklich wiederzuerkennen und zu leben.

Das führt einen an diese wundervolle Essenz zu sich selbst und lässt einem Türen aufgehen, die man vorher gar nicht bewusst wahrgenommen hat. Ich bin überzeugt, dass jede Person und jedes Unternehmen so eine unglaublich große Sache in sich tragen, die ganz viel Positives bewirken kann. Dem möchte ich mich zukünftig verstärkt widmen –  die Leute an ihr Bestes heranzubringen. Dann kann ganz viel Wunderbares passieren!

Selbstliebe Sandra Elsig

 

Eigene oder doch eher fremde Werte?

 

Julia: Du hast ja selbst gesagt, dass diese Beschäftigung mit den Werten dazu geführt hat, dass bei dir die Pfunde gepurzelt sind. Also etwas, was man vielleicht innerlich tut, sich dann äußerlich auch zeigt?

Sandra: Da bin ich ganz fest von überzeugt, weil ich bin der Meinung dass Werte sich verändern können. ich habe auch gemerkt, dass ich viele Werte hatte, die nicht meine waren. Eben weil ich so stark von außen die Bestätigung gesucht habe, habe ich mir natürlich über die Jahre auch Werte zugelegt, die gar nicht mir entsprochen haben .

Julia: Kannst du da ein Beispiel nennen?

Sandra: Ja eben im Berufskontext diese typische Karriere zu gehen, weil ich das Gefühl hatte, ich muss jetzt so und so erfolgreich sein und diese Dinge so tun, damit andere mich endlich wahrnehmen, oder weil es dann heißt „Sie macht jetzt Karriere. Sie ist jetzt in dieser Firma. Und jetzt ist sie schon Personalchefin und jetzt geht sie noch weiter!“.

Das  war ein Weg, den ich zwar ein Stück weit bewusst gewählt habe, aber ich habe gemerkt, ich möchte noch ganz viele andere Dinge tun.

Und gerade die Kunst, die ja sehr negativ besetzt ist, weil man immer sagt von der Kunst kann niemand leben. Das ist nichts, was einen durchs Leben bringt. Und dann zu merken „Aber doch. ich will meine eigene Kunst machen!“. Oder eben auch den Mut zu haben „Ich mach‘ mich jetzt selbstständig und kreiere mit meinen eigenen Ideen ein Business.“

Ich wurde ganz anders erzogen. ich hatte ganz andere Werte. Da war der Wert „Sicherheit“ eine riesengroßes Thema. Diesen Wert ein Stück weit loszulassen und zu sagen: „Aber ich selbst will keine Sicherheit, ich möchte Risiko, weil das bringt mich an mein ganzes Potential.“ Dieser Vergleich von Werten und sich auch mal dann kritisch die Frage zu stellen „Sind das meine Werte, oder sind das Werte, die ich mir über die Jahre angeeignet habe?“ Das ist so ein erster Schritt.

Aber auch der Wert Schönheit. Definition Schönheit – da mache ich immer das Beispiel mit meinen Haaren. Ich hatte früher ganz lange lockige Haare, so wie es die Männer gerne mögen und ich habe mich irgendwann dazu entschieden, mir die Haare zu schneiden.

Ich bin so happy mit meinen kurzen Haaren. Und das will auch mein Körper. Er wird nie einem Model entsprechen, aber ich hab mich mit meinem Körper arrangiert. Ich bin glücklich, ich kann anziehen, was ich will und was mich glücklich macht und irgendwie bekomme ich jetzt so eine Form, wo ich mich täglich wohl fühle.

Ich glaube, das hat ganz viel mit der Einstellung zu sich selbst und dieser Akzeptanz zu tun. Die Basis, dieser  „Garten“  sind für mich diese Werte, dass wir diesen Garten gut kennen und ihm Sorge tragen.

 

Wie du deine Werte findest

 

Julia: Wie findet man denn seine Werte, oder wie erkennt man Werte die nicht mehr stimmen?

Sandra: Ich glaube ein erster Schritt ist sich bewusst zu machen, was sind überhaupt Werte?

Da gibt es ganz viele Beispiele, die einen inspirieren. Und dann sich wirklich die Zeit nehmen aufzuschreiben, was man so für Werte hat. Aber vielleicht auch Werte anzuschauen, die irgendwie etwas mit einem machen – die einen vielleicht provozieren, oder Mut machen, dass man diese Werte aufnimmt und sich das mal bewusst macht in einem ersten Schritt.

In einem zweiten Schritt wirklich den einzelnen Werten Glauben schenkt und sich dann die Frage stellt „Wo lebe ich diese Werte?“ und meistens in dieser Frage dann auch merkt, „Aber das sind ja Werte, die sich über die Beziehung ergeben haben, oder es sind werte die ich mir im Beruf angeeignet habe um irgendwie in diesem Konstrukt zu bestehen.“ Da geschieht dann ganz viel Reflexion und es braucht  auch ganz viel Ehrlichkeit.

Und da unterstütze ich natürlich dabei, oder gebe Impulse, oder Fragen, die dann helfen in diese Reflexion zu kommen.

Selbstliebe Sandra Elsig

Julia: Also ich habe mal eine Übung gemacht, da gab es eine Liste mit nicht mehr als 150 Werten und dann sollte man das durchlesen. Ich glaube sowas hilft auch schon, weil oft im ersten Moment denkt man „Was ist denn ein Wert?“ Du hattest ja vorhin Werte genannt, wie Sicherheit, oder Kreativität, oder Freiheit oder Risiko.

Dass man sich da einfach mal eine Liste oder Wörter sucht, die einem gefallen und mal ruhig anfängt. Ich glaube du bist auch ein Fan von Sachen mal anmalen oder mal einen Stift in die Hand zu nehmen. Meine Lehrerin hat immer gesagt „wenn man den Stift auf’s Papier legt, dann öffnet sich der Herzkanal“. Also ich glaube schon, dass da viel dran ist, dass jeder auch wirklich mal handschriftlich dinge aufschreibt oder Wörter einkreist, zusammengruppiert etc. Und in der Übung, die ich da gemacht habe, mussten wir uns 10 Werte von dieser ganzen Liste aussuchen und dann hat der Übungsleiter gesagt „Jetzt müsst ihr mir einen von diesen 10 zurückgeben. Den dürft ihr nicht behalten.“ Dann habe ich überlegt, auf wen ich am ehesten verzichten könnte und dann hat er gesagt: „So und jetzt musst du mir den nächsten Wert geben“. Das war wirklich eine spannende Übung, wo man dann gemerkt hat „Ok ich habe die 10 wichtigsten Werte zusammengesucht und jetzt muss ich wieder welche zurückgeben. Welche habe ich dann am Schluss noch?“. Und was ich auch noch interessant fand, dass das am Ende zum Beispiel gewisse Werte gefehlt haben, die eigentlich total wichtig sind für mich. Also es ist nicht so „Ich setze mich jetzt mal 5 Minuten hin und dann hab ich das“. Sondern ich glaube, das ist ein Prozess, der wahrscheinlich auch unter Umständen sogar Jahre dauern kann, dass man auf einmal wieder entdeckt „Oh nein, da habe ich doch einen Wert vergessen!“.

Sandra: Das stimmt. und ich finde, die Werte so zu kennen und sich die bewusst zu machen, ist wie sein eigener Kompass.

Werte können dann auch hilfreich sein, wenn es um Entscheidungen geht; im Beruf, privat. Aber es kann auch interessant sein, wenn man seine  Freizeit reflektiert. Gerade heutzutage, wo die Leute eher wenig Freizeit haben, sich mal bewusst Gedanken zu machen.

Das mache ich dann auch in Workshops, dann wird z.B. nur das Thema Freizeit beleuchtet, sich seine werte bewusst zu machen und dann das bis hinunter zu brechen, was heißt das jetzt aktiv? Und sich eben da mal Gedanken zu machen „Wie plane ich meine Freizeit? Und plane ich sie mit Dingen, die mir etwas zurückgeben?“

Das ist so wichtig, das gibt uns auch wieder Energie im Beruf, den Alltag zu bestehen, oder was auch immer. Man kann auch mal wirklich mit einem Lebensbereich starten, wo man vielleicht merkt „Da habe ich jetzt eine Unzufriedenheit“. Manchmal wirkt sich das dann auf die anderen Bereiche aus. Das kann spannend sein, auch mal mit einem Lebensbereich zu starten.

 

Warum der Bereich der Gesundheit unbedingt zu den Werten dazugehört

 

Julia: Ja das machen wir im Darmglück-Kurs auch. Ich möchte gesund sein, mehr Energie haben usw. und da ist es eben auch sehr  wichtig am Anfang mal zu definieren „Warum will ich das?“. Da hilft es natürlich, wenn man seine Werte kennt – also das sehe ich auf jeden Fall, dass das sicherlich wertvoll ist. Dann ist das Ganze auch viel nachhaltiger, also wenn ich dann auch weiß, warum ich es mache und für welche Werte, dann bekommt das Thema Gesundheit und Ernährung eine ganz andere Bedeutung. Die Motivation erhöht sich auch.

Sandra: Ich hatte letzte Woche einen Werte-Workshop und ich nehme das Thema Gesundheit als einen Bereich auf.

Und genau in diesem Bereich melden die Leute so häufig zurück “ Gesundheit – das ist wieder was, was eigentlich gut sein sollte“. Und die Leute tun sich sehr schwer zum Thema Gesundheit Werte aufzuschreiben. Und gleichzeitig haben wir im Workshop gemerkt, wenn du nicht gesund bist, das rüttelt dir dein ganzes Wertesystem durcheinander. Wenn du die Gesundheit nicht hast, kannst du in allen anderen Bereichen nicht bestehen.

Das war unheimlich spannend, das ist mir immer wieder aufgefallen, das kam jetzt fast jedes Mal. Und eben sich auch im Thema Ernährung und Gesundheit sich diese Gedanken zu machen. Und dann „Was ist mir da wichtig? Was ist mir da wertvoll?“ Ich denke eben auch da wieder, wenn man den Mut der Verbindung zum Körper hat, dass man auch viel besser wahrnimmt, wenn ich etwas esse und im Nachhinein merke, dass mir das nicht gut getan hat und sich nicht selbst verrückt macht und hinterfragt „Wieso hast du das jetzt wieder gegessen, das tut dir nicht gut“ sondern eher „Ok. Jetzt habe ich wieder was über mich gelernt. Das nächste Mal lasse ich es lieber weg“.

Man kann sich in jedem Bereich bewusst werden, was einem wichtig ist. Die Gesundheit ist ein unendlich wichtiger Bereich.

 

Der Körper gibt Signale, wie ein Leuchtturm

 

Julia: Also ich glaube es ist ein entscheidender und zentraler Bereich. Eigentlich wissen die meisten Leute das, aber sie wollen es nicht wahr haben, weil es mit Arbeit, oder mit einem gewissen Aufwand verbunden ist. Ich finde es schön, dass du das in den Workshops so klar gesehen hast, weil ich bin tatsächlich überzeugt, dass wenn wir nicht gesund sind, wir dann unser Leben nicht so leben können, wie wir es eigentlich gerne möchten. Jeder, der morgens schonmal mit Kopfschmerzen, oder Rückenschmerzen, oder was auch immer das Problem ist aufgewacht ist, der weiß dass man den Tag nicht so gestalten kann, wie man gerne möchte. Es hält uns zurück. Es bremst uns in unserem Ausdruck. Das hast du mit deiner Geschichte schön demonstriert, dass du gesagt hast „Ja das hatte ich auch“. Dein Körper hat dich zurückgehalten, es war für dich ein Schutz, aber es war auch vielleicht eben nicht deine wahre Seite.

Sandra: Es hemmt einen ja dann auch. Ich denke gerade auch dieses Thema Gesundheit oder der Körper finde ich, das ist für mich wie ein Leuchtturm und wenn irgendwo etwas nicht stimmt, gibt er uns Signale und oft finden wir diese Signale dann in unseren Lebensumständen.

Im Beruf, in der Beziehung, oder was auch immer und dass man diese Signale wirklich ernst nimmt.

Und es kann für mich dann auch oft ein Impuls sein, wirklich mit sich selbst in dieses Gespräch zu gehen, oder sich dann Hilfe zu holen, wie auch immer. Weil der Körper gibt Signale, das heißt irgendwas ist nicht in Ordnung. Und sich dem auch zu stellen „Was ist jetzt gerade in meinem Leben nicht in Ordnung? Irgendetwas klemmt.“ Und dass man sich das eben auch bewusst wählt, wenn so Signale kommen.

Das versuche ich auch sehr stark, weil ich denke wenn etwas ist, dann ist irgendwo etwas, oder mein Körper will mir damit etwas sagen.

Julia: Der Körper will auch nur ernst genommen werden. Also er will ja nur geführt und angeschaut werden. Das hat ja auch mit Wertschätzung zu tun, wenn man entsprechend handelt, kann sich das relativ schnell zum Guten wenden.

Sandra: Ja, das macht Sinn. Oder eben gerade dieses Thema Freizeit, wo ich dann oft beobachte, dass die Leute Dinge tun – auch wieder eher aus dem Leistungsgedanken heraus. Es erholt sich nicht jeder beim Joggen, aber für manche ist das sehr wertvoll und die finden da ihre Erfüllung. Für viele ist es einfach nicht das richtige Gefäß.

Und dann das auch zu erkennen, weil eventuell der Körper beim Joggen schmerzt und sich zu sagen „Ich will mich jetzt wieder mal widmen und analysieren“.

Was sind dann Dinge, die ich dann wirklich für mich tun kann, wo ich mich erholen kann? Es macht immer wieder diesen Kreis, dass man sich dessen so bewusst wird und dann hat das auch positive Effekte auf die Gesundheit. Da bin ich überzeugt.

Julia: Davon bin ich auch überzeugt. Alles hat eine Wechselwirkung und egal von wo aus man es angeht, das spielt gar nicht so eine Rolle. man kann den Weg wählen von den Werten auszugehen, man kann aber auch den Weg wählen von der Ernährung auszugehen und am Ende ist das Resultat immer das Gleiche. Es gibt ein paar Ansatzpunkte, wo man am einfachsten ins Handeln kommt und auch am einfachsten Resultate erzielt. Wir können uns aus keinem dieser Aspekte raushalten weil ich glaube, dass wir persönlich erfüllt sind und unsere Mission leben können. Darum sind wir hier. Das ist der Grund, warum wir auf der Welt sind und ich glaube wie wir das angehen und ob wir erst sagen „Ich bring mal den Körper wieder in Schwung.“ Für mich ist der Körper schon ein bisschen die Basis, so wie das Vehikel, das uns durchs Leben fährt sozusagen. und wenn’s nicht fährt, dann fährt es eben nicht. dann kann ich nicht die Dinge erleben, die ich erleben möchte. Und das ist so der Ansatz von Darmglück. Dass man sozusagen über den Körper die ganze Welt offen hat. Aber ich finde auch schön wie du sagst, dass du auch gemerkt hast, wenn man anfängt mit solchen Dingen wie den eigenen Werten,  oder auch sich mit der Selbstwertschätzung zu beschäftigen, dass es von da aus genauso gut funktioniert. Und dass es auf alle Bereiche im Leben Einfluss hat.

Sandra: Ich glaube wichtig ist eben, dass man den Mut hat, sich hinzustellen und hinzuschauen und eben schlussendlich auch egal, aus welcher Perspektive oder mit welchem Thema man startet, ich denke wichtig ist einfach, es ernst zu nehmen. Sich selbst ernst zu nehmen. Und was auch wichtig ist – das fördere ich auch mit meiner Wertemanufaktur: dass die Leute viel mehr wieder Verantwortung für sich selbst nehmen und die nicht in in andere Hände oder ins Außen geben und sich da wirklich auch selbst so ernst zu nehmen mit den Signalen, mit den Emotionen, alles was da kommt.

Und irgendeine Art zu finden, wie man jetzt an die Sache rangeht. Das braucht halt Mut. Manchmal kann eben dann auch die Konsequenz sein, dass man irgendetwas loslassen darf oder sich irgendeiner Veränderung stellen kann. Aber  das hat dann auch immer eine Chance in sich. Ich denke der Grundstock ist, diesen Mut zu haben, sich den Situationen zu stellen.

Selbstliebe Sandra Elsig

Julia: Wie ist es denn, wenn jetzt jemand sagt „Oh, das klingt spannend. Ich möchte meine Werte auch kennenlernen.“ Ich nehme an, am besten geht man auf deine Website, oder wie kommt man an die Informationen ran?

Sandra: Ja es gibt sicher einige Informationen auf der Website von der www.wertemanufaktur.com. Ich habe dort auch regelmäßig Events die ich publiziere. Das sind manchmal Vortage, aber das sind auch Workshops, die ich zukünftig zu einzelnen Themen gebe. Die sind immer aktuell auf der Website.

Oder man kann eben 1:1 mit mir arbeiten, da kann man mich ganz einfach über die Website kontaktieren. Da schaue ich natürlich individuell die Situation an und da gibt es ganz tolle Möglichkeiten, wie man mit den Werten arbeiten darf.

Julia: Super! Vielen Dank für das schöne Gespräch. Und ich hoffe, dass ganz viele Leute auch bei dir auf der Website vorbeischauen und sich die Hearty Heroes mal anschauen, weil sie ja tatsächlich das Herz berühren, das sind die Botschafter. Gibt es irgendetwas, was wir vergessen haben zu erwähnen, oder etwas, was du den Hörerinnen und Hörern auf den Weg mitgeben möchtest?

Sandra: Ja eben dieses Mutthema. Sich wirklich mutig zu diesen Themen zu stellen oder im Zusammenhang mit dem Körper sich mutig vor den Spiegel stellen und sich eher mal auf die schönen Teile zu konzentrieren. Aber die Teile, die einem mal nicht so gefallen, auch wertzuschätzen und gedanklich in den Arm zu nehmen und sich auf das zu fokussieren was das Beste in sich ist.

Und da hat jeder seine eigene Schatztruhe. Wenn wir der nicht mehr im Weg stehen und sie sich öffnen kann, hat da jeder ein ganz großes Potenzial, das es gilt zu entdecken. Das wünsche ich allen, die jetzt zuhören. Dass sie den Schlüssel zu ihrer eigenen Schatztruhe finden.

Julia: Das ist ein ganz, ganz schönes Schlusswort. Vielen, vielen Dank für das tolle Gespräch. Ich freue mich, dass wir in Kontakt bleiben.

Sandra: Sehr gerne! Danke! Tschüss Julia!!

 

Geht es dir jetzt auch wie mir vor ein paar Monaten, dass du dich fragst, was deine Werte eigentlich sind? Ich habe mich jetzt schon eine Weile damit befasst und für mich sind wichtige Werte auf jeden Fall Fülle, Freiheit und Selbstausdruck.

Wenn du dich auch gerne mit deinen Werten befassen möchtest, dann habe ich gute Neuigkeiten – Sandra wird mit mir in meinem Online Kurs Darmglück einen Werte-Workshop inkl. live Fragen & Antwort Call anbieten. Wenn du vorhast, beim Darmglück Kurs dabei zu sein, dann bekommst du diesen Workshop auf jeden Fall als Bonus dazu. Mehr über den Kurs Darmglück erfährst du auf www.gruber-ernaehrung.ch/darmglueck

 

Ich freue mich, wenn wir uns zur nächsten Darmglück Podcast Folge wieder hören!

Jetzt empfehle ich dir, den Podcast zu abonnieren, damit du keine Folge verpasst, und wenn dir gefällt, was du hörst, dann freue ich mich wirklich sehr über eine Bewertung auf iTunes oder Apple Podcast. Denn diese Bewertungen helfen auch anderen Menschen, den Podcast zu finden, damit wir das Wissen über Darm und Gesundheit mehr verbreiten können.

 

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