Ich habe kürzlich den Begriff der Anti-Fragilität von Brooke Castillo in ihrem Podcast The Life Coach School gehört. Und er hat mich total fasziniert. Sie bezieht sich dabei auf ein Buch von Nassim Nicholas Taleb, mit dem Titel Anti-Fragilität. 

Und ich finde, das Konzept lässt sich sehr gut auch auf das Thema Gesundheit und Ernährungsumstellung anwenden.

In dieser Folge spreche ich über:  

  • Was mit Anti-Fragilität gemeint ist 
  • Wie sogenannt negative Dinge uns stärker machen können 
  • Warum du negative Situationen mit Freihanteln vergleichen kannst 
  • Die Wichtigkeit, bei einer Ernährungsumstellung nicht zu schnell aufzugeben 

 

 

Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge des Podcasts «Darmglück». Heute habe ich ein etwas spezielles Thema für dich. Ich möchte über ein Konzept sprechen, auf das ich erst vor kurzem aufmerksam geworden bin, und das ich sehr faszinierend finde. Vielleicht werde ich es auch gelegentlich weiter vertiefen. Heute gebe ich nur einmal einen kurzen Überblick darüber.  

Es handelt sich um das Konzept der «Anti-Fragilität». Ich weiss nicht, ob dir das was sagt. Es gibt ein Buch darüber, geschrieben von Nassim Nicholas Taleb. Ich habe das Buch noch nicht gelesen. Falls dich das interessiert, kannst du es dir auf Englisch anhören. Ich weiss aber, dass viele meiner Hörerinnen und Hörer Englisch nicht so gut verstehen. Darum habe ich mir gedacht, statt diesen Podcast einfach nur zu empfehlen, werde ich etwas dazu sagen und auch erklären, warum mich das so fasziniert.  

 

Anti-Fragilität 

 

«Anti-Fragilität» – was heisst das? Es ist das Gegenteil von Fragilität, und Fragilität bedeutet «Zerbrechlichkeit». Ich stelle immer wieder fest, dass viele sich so ein bisschen als sensibel, eben als fragil bezeichnen. «Ich bin eben empfindlich. Ich bin halt so.» Gerade auch im Bereich Ernährung und Gesundheit höre ich das immer wieder. Manchmal passieren schlechte Dinge in deinem Leben, oder du erlebst traurige oder stressige Situationen. Du erfährst Dinge, die dich irgendwie aus der Bahn werfen. Wenn du fragil bist, ziehst du dich in dein Schneckenhaus zurück, möchtest so etwas nie wieder erleben. Vielleicht gibst du auf oder sagst, dass du damit nicht umgehen kannst. 

Beim Konzept der Anti-Fragilität geht es darum zu erkennen, dass solche Dinge wichtig sind für deine Entwicklung und für dein Vorwärtskommen, denn du wächst daran. Friedrich Nietzsche hat gesagt: «Was mich nicht umbringt, macht mich stärker». Anti-Fragilität geht in diese Richtung. Nun könnte man sagen, das Gegenteil von Zerbrechlichkeit ist einfach Robustheit. Robustheit bedeutet, widrigen Erfahrungen sozusagen die Stirn bieten zu können, aber da geht die Anti-Fragilität noch ein Stück weiter. Sie besagt nämlich, dass du unangenehmen Erfahrungen nicht nur die Stirn bietest, sondern erkennst, dass die Widrigkeit oder der Stress oder die Traurigkeit oder was es auch immer sein mag, dir sogar hilft, dich weiterzuentwickeln.  

 

Anti-Fragile Gesundheit 

 

Der Grund dafür, dass mich das so fasziniert und begeistert ist, dass ich denke, es ist mit der Gesundheit ganz ähnlich. Wir wollen bloss keine Rückschläge. Wir wollen bloss nicht, dass es uns schlecht geht. Man kann die Gelegenheit aber auch nutzen vielleicht zu erkennen, dass das etwas ist, was mich weiterbringt oder was mir zeigt: «Ah, so geht’s nicht. Ich könnte es anders probieren.» Diese Haltung ist unheimlich wichtig, denn ich merke immer wieder, dass Leute beispielsweise eine Ernährungsumstellung sofort abbrechen wollen, beim ersten Moment, in dem es ihnen schlecht geht.  

Dann heisst es: «O Gott, jetzt geht es mir ja noch schlechter als vorher. Das kann nicht gut sein. Ich höre sofort wieder auf.» Wenn sie vielleicht Darmsanierungsmittel nehmen und dann erstmal vielleicht Blähungen oder Verstopfung oder Durchfall bekommen, dann ist die erste Reaktion meist: «Ich höre sofort damit wieder auf. Das kann mir ja nicht guttun.» Dabei könnte es sein, dass das Systemzum Beispiel der Darm, die Verdauung sich vielleicht erst regulieren muss und dass man zunächst einmal diese «schlechte» Phase zunächst einmal durchlaufen muss, um am Ende gestärkt, wieder daraus hervorzugehen. Und das ist ein Konzept, das mir einfach wahnsinnig gut gefällt.  

 

Wachstum entsteht allein aus Fehlschlägen 

 

In ihrem Podcast hat Brooke Krafttraining als Beispiel herangezogen. Beim Krafttraining trainierst du deine Muskeln. Du machst deine Muskeln sozusagen «kaputt», damit sie sich anschliessend stärker aufbauen können. Training ist eigentlich immer eine kleine Verletzung. Die Regeneration – also die Reparatur dieser kleinen Verletzungen oder das Stärkerwerden ist dann der Trainingseffekt. Und das ist Anti-Fragilität, d. h. Muskeln sind antifragil.  

Ein anderes Beispiel ist, das Laufenlernen. Wir lernen das ja als Kind. Das Kind kann sich nicht erst ein YouTube-Video anschauen oder eine Anleitung «Wie laufe ich?»durchlesen, sondern das Kind fängt zunächst einmal an herumzukrabbeln. Dann wird es sich hochzuziehen, und dann versucht es ein paar Schritte zu gehen und fällt hin. Danach muss es sehen, wie es wieder aufstehen kann. Am Anfang sind die Beine noch zu schwach, um sich selbst wieder hochzuziehen. Aber je öfter es hinfällt, desto stärker wird es, desto schneller kann es auch wieder aufstehen, und irgendwann kann es dann laufen.  

Das ist genau die Art, wie wir lernen. Wir fallen hin. Wenn ich fragil bin, dann bleibe ich unter Umständen liegen oder ziehe mich zurück und sage: «Das mach‘ ich nie wieder.» Wenn ich robust bin, dann sage ich mir vielleicht: «Ja, gut, ich probier’s dann halt irgendwann noch einmal.» Oder: «Ich schaff das!», sagt man sich und zwingt sich notfalls, es wieder zu tun. Wer anti-fragil ist, der sagt sich: «Je öfter ich hinfalle, desto schneller lerne ich zu laufen und desto besser werde ich es nachher auch können.» Man nimmt also das Negative, das einem passiert ist («Ich bin hingefallen.») her, um es zu nutzen, dass man sich weiterentwickelt. Man nutzt es, um davon zu lernen und daran zu wachsen und es dann besser zu machen.  

 

Dein Weg ist einzigartig 

 

Und das, finde ich, lässt sich so gut auf Ernährung anwenden. Es bedeutet, nicht gleich beim ersten Rückschlag aufzugeben, sondern sich zu sagen: «Okay, ich probier’s nochmal.» Oder: «Ich bleibe dran.» «Ich suche, was für mich richtig ist.» Ich sehe das bei meinen Kursteilnehmern auch, denn ich kann natürlich Regeln vorgeben. Ich kann Hinweise geben, und dennoch ist jeder Mensch anders. Diese Dinge sind nicht schwarz oder weiss. Ernährung ist keine exakte Wissenschaft. Es ist eine Erfahrung. Es ist eine Art und Weise, meinen Körper besser kennenzulernen. Das bedeutet, es ist am Ende auch immer eine individuelle Sache.  

Ich kann ja nicht jedem Menschen sagen, was für ihn gut ist und was nicht. Ich kann allgemeine Regeln erklären und ich kann Anleitungen geben, wie man herausfinden kann, was einem selber guttut. Man muss dann den Mut haben, mal etwas auszuprobieren. Oftmals fragen mich die Leute: «Ist dies oder das gut?»  

Gerade habe ich wieder die Frage bekommen: «Wie sieht’s mit Alkohol aus?» Ich kann natürlich sagen, dass Alkohol ein Giftstoff ist. Im Stoffwechsel führt dessen Präsenz natürlich dazu, dass andere Stoffwechselvorgänge unterbrochen werden, solange dieses Toxin im Umlauf ist. Das heisst aber nicht, dass Alkohol immer und für jeden schädlich ist. Es kommt zunächst einmal auf die Dosis an, auf die Häufigkeit der Anwendung, aber auch auf die individuelle Reaktion. Wenn jemand zum Beispiel ein Histaminproblem hat, dann könnte zum Beispiel Rotwein eine Reaktion auslösen. Bei jemand anderem nicht. Das kann man nicht immer wissen.  

Deshalb ist es so, dass man da eben auch mal ausprobieren muss und schauen muss: Wie reagiert mein individueller Körper, mein individueller Stoffwechsel. Wenn man dann einen Rückschlag hat und merkt: «Oh, das habe ich jetzt gar nicht vertragen», kann man daraus nicht unbedingt schliessen: «Das funktioniert bei mir alles nicht.» Oder entscheiden: «Ich probier‘ überhaupt nichts Neues mehr aus», oder: «Ich ziehe mich eben in mein Schneckenhaus zurück und experimentiere überhaupt nicht mehr Das funktioniert so nicht. Ein Rückschlag zeigt ja nur, dass ich etwas lernen darf.  

Manchmal ist es auch so, dass vielleicht jetzt, heute, der Alkohol oder der Weizen oder der Zucker gerade nicht geht. Wenn ich es vielleicht in ein paar Wochen wieder probiere, dann geht’s. Wir sind ja komplexe Wesen. Es kommt ja auch noch darauf an, wie man denn gerade im Moment drauf ist. Bin ich vielleicht gestresst? Dann geht es zum Beispiel nicht, dass ich noch etwas nehme, was meinen Stoffwechsel zusätzlich stresst. Wenn ich aber ausgeglichen, entspannt und glücklich bin, dann kann es sein, dass etwas, was mich in einer Stresssituation stören würde oder was dann unverträglich wäre, in dem Moment, wo es mir gutgeht doch gut funktionieren würde. Das heisst, es ist wichtig, bei sich zu bleiben, zu gucken, wie man reagiert und nicht bei jedem Rückschlag sofort aufzugeben und zu sagen: «Das funktioniert bei mir alles nicht.»  

 

Eine neue Perspektive auf Rückschläge 

 

So, wie ich das auf Ernährung anwende, funktioniert es auch im Leben. Wir sprechen hier im Podcast und auch in meinem Kurs immer wieder auch über das Leben und darüber, wie wir so denken. Wie lasse ich mich von Rückschlägen vielleicht beeinflussen? Wir Menschen möchten immer möglichst glücklich sein. Die sogenannten «schlechten» Gefühle, wie Angst oder Trauer oder vielleicht auch Neid und Missgunstall die Dinge, die wir als negativ erachten, die wollen wir am liebsten überhaupt nicht fühlen. Anti-Fragilität hakt da ein und fühlt diese Dinge und merkt, dass man davon nicht stirbt, sondern dass man sich davon eben selbst besser kennenlernt und dass man stärker wird. Man hat also einen Trainingseffekt. Vielleicht kannst du das aus dieser Folge mitnehmen, dass alles, was sogenannt «Negatives» passiert in unserem Leben ist eigentlich eine Art Hantel, wie beim Krafttraining. Es sind «Freihanteln», die dir helfen, dass du stärker wirst. 

Wir sind auf dieser Welt, um uns weiterzuentwickeln. Wenn wir schon glücklich wären und alles hätten, was wir wollen, dann hätte das Leben gar nicht so viel Sinn, weil es gar nichts mehr gäbe, das wir noch anstreben könnten. Und das bedeutet, dass wir das Negative, das uns zustösst und wo uns vielleicht auch der Körper unsere Grenzen aufzeigt, nicht als Widrigkeit ansehen, sondern als Trainingsgelegenheit und als Freihanteln und daran eben wachsen, lernen und uns weiterentwickeln.  

Das wollte ich heute einfach mal mit dir geteilt haben. Es kann sein, dass jetzt wieder negative Rezensionen kommen. Ich hatte kürzlich so eine negative Rezension, von jemandem, der diesen Podcast zu esoterisch fand – ich hatte über Affirmationen gesprochen. Aber weisst du was? Das gehört alles dazu. Ich spreche nicht nur über Ernährung und Darmgesundheit, weil das einfach allein zu kurz greift. Mir geht es darum, dass du dich weiterentwickelst, dass du in deine Kraft kommst, dass du dein Leben so leben kannst, wie du möchtest, und da gehören eben auch solche Themen: Wie gehe ich mit Gefühlen um? Wie gehe ich mit Gedanken um?  

Diese Themen gehören dazu, deshalb werde ich auch darüber immer wieder mal sprechen. Wenn dir das nicht gefällt, dann ist mein Podcast nicht der richtige für dich. Es gibt so viele Ernährungs- und rein wissenschaftlich basierte Podcasts über Darm und Gesundheit. Dort bist du besser aufgehoben. Wenn dir dieser Podcast aber gefallen hat, dann freue ich mich natürlich sehr über eine positive Rezension. Ich habe viele positive Beurteilungen, und darüber freue ich mich natürlich immer. Ich freue mich über jede Rückmeldung und Anregung und, ja, ich freue mich einfach, dass wir in Kontakt sind.  

Ich möchte mich auch einmal bei dir bedanken, dass du so fleissig zuhörst. Meine höhere Download-Zahlen steigen jede Woche an, so dass ich weiss, dass die Leute dabeibleiben, und dafür möchte ich dir einfach mal ganz herzlich danken. Ich weiss, das ist nicht selbstverständlich und freue mich, wenn du auch nächste Woche wieder mit dabei bist zur nächsten Folge des Darmglück-Podcasts.  

 

 

Die Links zur Folge lauten:

Podcast-Episode von Brooke Castillo: https://thelifecoachschool.com/podcast/284/

Buch von Nassim Nicholas Taleb: Antifragilität: Anleitung für eine Welt, die wir nicht verstehen: https://amzn.to/36rlE6s 

Kostenlose Darmglück Facebook Gruppe: www.gruber-ernaehrung.ch/facebookgruppe  

Instagram Profil Julia Gruber: https://www.instagram.com/juliaelisabethgruber/ 

Darmglück Online Kurs: https://gruber-ernaehrung.ch/darmglueck

Und hier kannst du den Selbsthypnose-Minikurs erwerben: https://www.gruber-ernaehrung.ch/selbsthypnose

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Vielen Dank.

 

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