Ich freue mich sehr dass ich die liebe Sabrina Fechner heute im Gespräch habe.

Es ist Sabrina’s erstes Podcastinterview und wir unterhalten uns über folgende Themen:

  • die Bedeutung von Barfen
  • die Ernährungsformen Trocken- und Nassfutter und deren Unterschiede
  • die Folgen falscher Ernährung
  • Vegetarische Ernährung bei Hund und Katze
  • Einfache Ernährungstipps

 

 

Sabrina ist Tierheilpraktikerin und Ernährungsberaterin für Hunde und Katzen.

Meine erste Frage ist, brauchen Tiere überhaupt einen Ernährungsberater?

 

Sabrina: Ja, im Bereich Erkrankungen ist es ähnlich wie im Humanbereich. Wir haben viele Diabeteskatzen, Diabeteshunde, Erkrankungen am Bewegungsapparat, Lebererkrankungen, Nierenerkrankungen.

Hier ist ein Großteil auf die Ernährung zurückzuführen. Daher ist das Thema Ernährung sehr wichtig, gerade im Bezug auf das „Barfen“ macht es schon Sinn wenn sich jemand in diesem Bereich auskennt.

 

Trockenfutter oder Nassfutter, was ist hier empfehlenswert?

 

Was bedeutet denn eigentlich „Barfen“?

 

Sabrina: Barfen bedeutet auf Deutsch übersetzt: Biologisch artgerechte Rohfütterung. Barfen ist ein Konzept wo es gewisse Aufteilungen gibt. Ich möchte hierzu gerne einmal die unterschiedlichen Ernährungsformen von Trocken- und Nassfutter aufzeigen, sowie die dazugehörigen Vor-und Nachteile.

Ich starte gerne einmal mit dem Trockenfutter, dies ist die älteste Form von Fütterung.

Die Vorteile sind: dass es günstig ist, es ist sehr einfach zu handhaben da wir wenig Verpackungsmaterial haben, es wird eine geringe Menge verabreicht (-1%) was für den Hund nicht sehr viel ist, es ist kein hoher zeitlicher Aufwand. Es gibt Trockenfutter in allen Richtungen, für alle Erkrankungen und alle Altersgruppen und es verfügt über eine lange Haltbarkeit.

Die Nachteile sind: dass man wenig Abwechslung hat, ich vergleiche das damit, wenn ich den ganzen Tag Müsli essen müsste, fände ich das auch nicht so toll.

Im Trockenfutter sind immer Zusatzstoffe, Konservierungsstoffe, Inhaltsstoffe, Aromastoffe, BRA- BRT enthalten, die mittlerweile verboten sind und den Verdacht haben, dass sie das Erbgut vermindern. Es ist oft übermineralisiert, es wird stark erhitzt, und haltbar gemacht.

Wir haben in Richtung Barf leider Probleme mit Bakterien, denn im Trockenfutter können wir Futtermilben haben und es besteht ein großes Defizit an Feuchtigkeit. Bei Katzen ist dies besonders problematisch, da eine Katze auf Feuchtigkeit angewiesen ist und nicht viel Wasser trinkt. Wir haben oft einen hohen Fettgehalt, somit das Problem von Übergewicht, ebenso einen hohen Stärkeanteil und Probleme mit Kleberstoffe.

 

 

Wie funktioniert eine Ernährungsberatung bei Tieren?

 

Ich habe mich damals selber durch unsere eigene Geschichte viel mit dem Thema Ernährung beschäftigt. Denn unser Hund hatte eine chronische Niereninsuffizienz, ich war der klassische Trockenfutterer und wusste es nicht besser. Dann hieß es von der Tierärztin, dass der Hund bei diesen schlechten Werten wohl nur noch 1 Jahr zu leben hat.

Somit hatte ich nur 2 Möglichkeiten: Entweder ich stelle die Ernährung um oder ich greife auf ein klassisches Nierendiätfuttermittel zurück.

Dann habe ich meine erste Ausbildung als Ernährungsberaterin gestartet und habe meinen Hund auf Nassfutter umgestellt, das ist fast 5 Jahre her und bin dann in Richtung Barf gegangen.

Mittlerweile arbeite ich mit ganz vielen Ernährungsberatern, Tierheilpraktikern und Tierärzten zusammen, die sich auch wirklich mit Ernährung befassen, auf diesem Weg habe ich gemerkt, dass die Ernährung ganz viel ändern kann. Man muss einfach einmal logische Schritte gehen und sich hinterfragen: „Ist das wirklich gut so?“

 

Es ist ja ähnlich wie bei den Menschen, es gibt auch Menschen die sich von Fastfood oder Tiefkühlpizza ernähren und trotzdem alt werden.

Ich glaube aber es geht nicht nur ums Alt werden, sondern auch um Lebensqualität, also gesund und auch schmerzfrei bleiben, solange wie möglich und genau da unterstützt die Ernährung auf jeden Fall?

 

Sabrina: Ja, Ernährung muss Sinn machen. Ich muss dies wirklich auf die Bedürfnisse der Tiere anpassen, was natürlich sehr unterschiedlich sein kann.

 

Wie gehst du in der Beratung vor? Fragst du dann nach, was der Hund im Moment bekommt? 

 

Sabrina: Genau, ich selber mache wenig Ernährungsberatung, aber ich habe die richtigen Leute an der Hand und kann genau sagen, welcher Hund passt zu welchem Ernährungsberater und empfehle diese gerne weiter.

Es findet zuerst eine Anamnese statt, dazu gibt es ein Fragebogen, zudem werden auch Bilder des Hundes geschickt und dann wird ein Plan erstellt. Dann kommt es darauf an, was der Kunde möchte, wir versuchen vom Trockenfutter wegzugehen und empfehlen das Nassfutter. Dann baut man dies immer mehr auf und schaut wie man in Richtung Barfen gehen kann.

Tierärzte sagen oftmals „Barfen geht gar nicht“. Das Problem ist, dass die Leute entscheiden zu barfen und dann wird einfach roh gefüttert, ohne ein Konzept. In diesem Fall entsteht mit der Zeit bei dem Hund ein Problem, daher ist es sehr wichtig, sich beraten zu lassen und einen Plan aufzustellen, denn das Barfen an sich ist nicht kompliziert.

 

 

Wie wichtig ist die Darmgesundheit bei Tieren?

 

Ich glaube man muss sich beraten lassen um zu schauen, wie das Futter zusammengemischt wird?

 

Sabrina: Ja, es gibt auch viele Kunden die selber Interesse an diesem Thema haben. Es gibt tolle Personen wie zum Beispiel Heidi Herrmann die tolle Seminare in Form einer Ausbildung anbietet oder Ute Wadehn.

Jedoch reicht es nicht aus, dass die Ausbildung absolviert wird um sich rein rechtlich Ernährungsberater nennen zu dürfen, denn diese Ausbildung geht über ein Jahr, wo sehr viel gutes Wissen übermittelt wird.

Ich kenne auch sehr viele Tierärzte, die eine Ernährungsausbildung gemacht haben.

 

Was sagst du dazu wenn es heisst: „Mein Hund frisst sehr schlecht oder zu wenig“, kann das auch am Futter liegen?

 

Sabrina: Ja es kann am Futter liegen oder daran, dass er irgendetwas nicht verträgt, dann sollte man sich fragen: Hat er Probleme mit den Zähnen, hat er Bauchschmerzen, mag er die Futtersorte nicht, ist das Futter zu kalt, hat er Darmprobleme?

Hier benötigt man im Prinzip auch ganz viel Hintergrundinformation.

 

Du hast gerade das Thema Darmgesundheit bei Hunden angesprochen. Wir sprechen ja im Podcast immer wieder über das Thema Darm und Darmgesundheit.  Wie sieht das in der Tiergesundheit aus, wie wichtig ist der Darm bei Tieren?

 

Sabrina: Im Prinzip genauso wichtig wie beim Menschen, wir haben auch Erkrankungen wie Sodbrennen, Leaky Gut, IBD, Durchfälle, Probleme nach Antibiose, also hier finden die gleichen Problematiken wie beim Menschen statt.

 

Kann man diese auch ähnlich beheben, zum Beispiel bei einem Hund, wenn man ihm nach einem Antibiotikum z.B. ein Probiotikum verabreicht?

 

Sabrina: Ja, man muss hier allerdings unterscheiden. Hunde sind Enzymverdauer, keine Bakterienverdauer, entweder gebe ich ein spezielles Probiotikum für Hunde, oder ich gehe aus dem Humanbereich von der Dosierung etwas nach unten und wähle Ballaststoffe zum Beispiel die Akazienfaser, eine wichtige Komponente.

 

Warum sind Ballaststoffe wichtig?

 

Sabrina: Ballaststoffe sind ein ganz wichtiger Bestandteil, denn diese Nährstoffe brauchen Hunde und auch Katzen. Ich bevorzuge Akazienfasern, da Flohsamen viel Flüssigkeit verbrauchen, was für Katzen problematisch ist.

 

Was hältst du von dem Trend, dass man Tiere vegetarisch oder vegan ernähren soll?  

 

Sabrina: Bei bestimmten Erkrankungen wo der Hund nichts mehr verträgt, wie bei einer Ausschlussdiät ist das hilfreich, jedoch sind Insektenproteine empfehlenswerter, da pflanzliche Proteine ganz anders verstoffwechselt werden als tierische Proteine. Für eine Katze ist eine vegetarische Ernährung sehr problematisch und fast nicht möglich, weil sie nur ihre Proteinstrukturen aus dem tierischen umwandeln kann.

 

Was mich auch interessieren würde – bei uns Menschen gibt es ja die enge Verbindung zwischen Darm und Tier oder Darm und Stimmung zum Beispiel, weißt du wie das bei Tieren ist? Wenn ein Hund hyperaktiv ist oder schlecht drauf ist, könnte das auch mit der Ernährung zusammenhängen?

 

Sabrina: Ja ganz viel sogar, es liegen leider nur keine wissenschaftlichen Daten vor. Bei Hyperaktivität spielt der Proteingehalt eine wichtige Rolle den man genauer unter die Lupe nehmen sollte.

 

Für mich ergibt sich somit das Fazit: Trockenfutter ist nicht gleich die beste Idee das alleine zu verabreichen und dass es sich lohnt Hilfe zu holen und wenn schon eine Krankheit vorhanden ist, dass man dann auch den Darm mit in Betracht zieht.

Gibt es auch Möglichkeiten dies analytisch zu begleiten?

 

Sabrina: Ja es gibt einige Labore die das auch anbieten, wie zum Beispiel das Labor Enterosan, die bieten eine Stuhldiagnostik an, da gibt es schon einige Möglichkeiten.

Die Grundidee ist immer die Fütterung so nah wie möglich am Vorbild der Natur zu halten. Man muss danach schauen: Welches Bedürfnis hat mein Hund und kann ich dem gerecht werden?

 

Tipps für ein gutes Nassfutter

 

Ich bin immer froh wenn ich den Leuten ein gutes Nassfutter empfehlen kann und gleichzeitig schaue ich, ob ich noch etwas dazugeben muss und wie die Versorgung aussieht und ist es etwas, was ich dauerhaft füttern kann.

 

Was ist denn aus deiner Sicht ein gutes Nassfutter, was sollte es für Eigenschaften haben ?

 

Sabrina: Es gibt zwei unterschiedliche Arten von Nassfutter. Einmal das Alleinfuttermittel, hier ist alles drin was den Bedarf des Tieres deckt und es gibt die reine Fleischdose, wo nur das Fleisch enthalten ist.

Hier muss ich dann noch wirklich schauen, was muss ich noch dazugeben möchte.

Ebenso wichtig ist auch, nach dem Getreideanteil zu schauen dieser sollte nicht zu hoch sein, ebenso benötigt man ein hoher Fleischanteil der mindestens 50% betragen sollte und so wenig Zusatzstoffe wie möglich.

 

Zum Thema Ultrahocherhitzung. Gibt es beim Nassfutter auch Futtersorten die höher erhitzt und weniger hoch erhitzt wurden?

 

Sabrina: Die Nassfutter müssen alle mindestens 90% erhitzt sein. Es gehen leider einige Nährstoffe verloren, wie zum Beispiel die B-Vitamine, hier ist es empfehlenswert immer B-Vitamine hinzuzugeben, da sie sehr hitzeempfindlich sind. Ähnlich ist es bei einem kaltpressten Trockenfutter, hier werden ebenfalls Nährstoffe nicht so richtig aufgespalten was zu einem sehr hohen Kotabsatz führt.

 

Das ist ein guter Hinweis, der Kot des Hundes kann sehr viel Auskunft darüber geben, wie es um die Darmgesundheit oder generell um die Gesundheit des Hundes ausschaut?

 

Sabrina: Ja, obwohl man das beim Trockenfutter nicht direkt sagen kann, da hier soviele Inhaltsstoffe enthalten sind, die den Kot etwas eindicken und so formen wie er auszusehen hat.

 

Und der Geruch auch, also wenn der Kot besonders stark stinkt ist hier auch einiges nicht in Ordnung?

 

Sabrina: ja, ganz genau.

 

 

Sind die beliebten „Leckerlies“ eigentlich erlaubt?

 

Ich denke das wir bei unseren Tieren darauf achten dürfen, dass sie gut ernährt sind. Und dass das Argument was viele bringen, dass Trockenfutter halt günstiger ist, man unter dem Strich auch nicht viel spart, wenn man danach viel Aufwand hat um das Tier wieder gesund zu bekommen, weil man desöfteren zum Tierarzt gehen muss.

 

Sabrina: Richtig. Zudem gibt es viele Diätfuttermittel die auch nicht günstig sind.

 

Was hältst du von Leckerlies geben und zwischendurch ständigem Füttern? Und worauf sollte man bei der Gabe von Leckerlies achten?

 

Sabrina: Das sind Dinge die man bei den Rationen auch einberechnen muss, gerade bei übergewichtigen Hunden. Es kommt darauf an, was man für Leckerlies hat, diese sollten wenig Zusatzstoffe enthalten und man sollte den Fettgehalt beachten.

 

Du hast ja eine Firma namens „Danuwa“, was bietest hier an, wie kann man dich finden und kann man dich auch kontaktieren wenn man einen Ernährungsberater sucht?

 

Sabrina: Danuwa habe ich vor 4 Jahren gegründet. Ich war immer schon ein Tierfreund und bin mit Tieren groß geworden und komme aus dem naturheilkundlichen Humanbereich und mein großer Traum war es immer in diesen Bereich zu gehen.

Im Prinzip entwickeln wir Produkte, also Zusätze die man zu den Barfs Rationen dazugeben können, wir haben das „Danuwa Elements“ selbst entwickelt, sowie B-Vitamine und für den Darmbereich Probiotika und Ballaststoffe.

Mein Ziel ist es immer so natürlich wie möglich die Dinge herzustellen und mit einer gewissen Sinnhaftigkeit.

Man findet mich unter der Webseite https://www.danuwa.eu, ebenso auch auf Facebook.

Zudem habe ich eine spezielle Therapeutengruppe die „Danuwa Therapeutengruppe bei Facebook“ , wo es um den Austausch und Erfahrungswerte und der Produktberatung geht, diese Gruppe begleiten vier Ärzte, vier Physiotherapeuten und Ernährungsberater sowie Hundetrainer.

Man kann mich einfach anrufen, eine Email oder eine Nachricht bei Facebook senden.

 

 

„Barf muss nicht schwierig sein, es folgt einem einfachen Konzept“

 

Ja ich fand das super spannend und ich weiß dass viele meine Hörerinnen und Hörer auch Tierfreunde sind, daher war das ein interessanter Ausblick das Thema auch einmal von dieser Seite anzuschauen.

Gibt es von deiner Seite noch etwas, was du meinen Hörerinnen und Hörern mitgeben möchtest oder erwähnen möchtest?

 

Sabrina: Ja. Barf muss nicht schwierig sein und folgt einem Konzept. Macht euch einfach einmal Gedanken: Was ist für mein Tier bei welcher Erkrankung die beste Möglichkeit und kann ich dem gerecht werden? Wichtig ist auch, Dinge einmal kritisch zu hinterfragen.

 

Vielen lieben Dank für deine Zeit Sabrina.

Ich freue mich wenn wir uns bald wiederhören. Bis bald

 

Darmglück Online Kurs: www.gruber-ernaehrung.ch/darmglueck 

Und hier kannst du den Selbsthypnose-Minikurs erwerben:

www.gruber-ernaehrung.ch/selbsthypnose

 

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Vielen Dank.

 

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