In dieser Episode habe ich einen ganz spannenden Gast interviewt und zwar den Präsidenten des Stiftungsrats bei Summits4Hope, Gilbert Fisch. Wenn du erfahren möchtest, wie ein Mann, der bis zu seinem 58. Lebensjahr keine Hilfsorganisation unterstützt hatte und Spendenbriefe immer direkt in den Mülleimer geworfen hatte, wie dieser Mann dazu kam, nach seiner Pensionierung eine Hilfsorganisation zu gründen und nun Projekte finanziert und auf originellste und kreativste Art Spenden sammelt, dann solltest du dir diese Folge anhören!

 

 

Du erfährst, wie Gilbert nach seinem vorzeitigen Ruhestand in eine Sinneskrise gekommen ist und dann beschlossen hat, nicht einfach nur einen Teil seines Geldes zu spenden, sondern selber aktiv mitzuwirken beim Fundraising für humanitäre Projekte in den Bereichen, Wasser, Bildung und Zuflucht.

Sein Ziel ist es, mithilfe von Sportevents und anderen sportlichen Aktionen Geld zu sammeln. Für die administrativen Kosten der Projekte kommt Gilbert aus eigener Tasche auf, das heisst, 100% der Spendengelder landen auch tatsächlich bei den Hilfsprojekten.

Gesundheit ist der größte Segen!

 

Ich freue mich sehr, dass ich Gilbert Fisch zu Gast habe. Hallo!

 

Gilbert: Hallo Julia!

 

Wir kennen uns schon relativ lange – du warst mal Kunde bei uns und hast Mikronährstoffe von uns eingenommen und Analysen gemacht. Was sagst du, warum ist Gesundheit so wichtig im Leben?

 

Gilbert: Ohne Gesundheit ist alles nichts! Ganz einfach. Wenn du gesund durchs Leben gehen kannst, ist das der größte Segen, den es eigentlich gibt. Meistens wird man sich dessen erst richtig bewusst, wenn es nicht mehr so ist. Wir unternehmen als Gesellschaft viel zu wenig, um gesund zu sein.

 

Hast du Phasen in deinem Leben erlebt, wo es dir nicht so gut ging?

 

Gilbert: Oh ja, absolut! Ich muss sagen, dass ich bisher Glück im Leben hatte. Ich habe keine einzige mir bekannte Allergie, weder Heuschnupfen, noch Lebensmittelallergien. Das ist schon mal wahnsinnig viel Wert! Ich denke das kommt daher, dass ich als 1957 geborener Mensch in meinen jungen Jahren ganz viel Dreck gefressen habe, auf Bäume geklettert bin, runtergefallen bin usw. Ich wurde auch nicht geimpft. Heikles Thema! Ich habe die Masern, Mumps und Röteln durchgemacht. Ich hatte ein paar Unfälle, die nicht gravierend waren.

Ich bin im Laufe meines Lebens in der Zeit, als ich versucht habe mich sportlich zu optimieren, in die bekannten Fallen getappt. Das waren die eingebildeten Probleme und irgendwann hatte ich das Gefühl, dass ich eine Gluten-Unverträglichkeit habe. Ich war 2 Stunden nach dem Frühstück immer noch müde und dann recherchiert man und findet 2-3 fragwürde Berater, die sagen ‚Weg mit dem Zeugs, das ist alles Gift! Das ist mittlerweile genmanipuliert!‘.

Da fängt man dann an, sich hier und dort einzuschränken. Mit eurer Hilfe habe ich zum Glück herausgefunden, dass ich weder eine  Glutenunverträglichkeit noch sonstigen Schnickschnack habe. Mittlerweile bin ich wieder ein glücklicher Brotesser – in Maßen!

 

 

Kaufe saisonale und regionale Lebensmittel!

 

Wobei man schon sagen muss: es gibt tatsächlich Menschen, die mit Weizen nicht gut klar kommen, das ist eine individuelle Sache. 

Darum ist es wichtig, dass man herausfindet wo das Problem liegt. Je nachdem kann man eine geeignete Analytik zu Rate ziehen und dann weiß man, wo der Hase im Pfeffer liegt.

Gilbert: Das Problem ist heute – kaum betrittst du ein Fitnessstudio, quatscht dich zuerst der Trainer an und danach der selbsternannte Ernährungsberater. Und dann geht’s los.

 

Bei Ernährung ist es so, dass viele Leute das Gefühl haben, dass sie ganz viel darüber wissen. Das ist nicht immer der Fall, aber letzten Endes hast du den Weg gefunden, dass es dir heute gut geht. Oder?

 

Gilbert: Ja ich mache was ganz einfaches! Ich kaufe saisonal, regional und wenn es geht, Bio. Ich war ganz lange ein typischer Avocado-Esser, jeden Tag eine Avocado – mache ich heute nicht mehr, vielleicht 1x im Monat. Ich versuche mich wirklich mit Produkten die aus der nächsten Umgebung kommen, zu ernähren. Wo ich auch weiß, wo es herkommt. Ich fahre auf einen Markt, ich habe meine Stände dort. Ich weiß, wo und wie sie anbauen und dass sie sorgsam mit den Produkten umgehen.

Ich bin kein Vegetarier, oder Veganer. Ich esse moderat Fleisch, aber alles aus artgerechter Haltung. Es gibt Dinge, die liebe ich! Ich liebe türkischen Joghurt, der fetteste aller Joghurts! Ich esse keine Fruchtjoghurts, weil sie voll mit Zucker sind. Und wie gesagt, es ist das Maß, was wahnsinnig viel mit meinem Wohlbefinden zu tun hat. Alles was man viel konsumiert, hat irgendwann einen negativen Effekt. Ich liebe Wurzelgemüse. Wenn man sich ein bisschen damit auseinandersetzt, was bei uns im Winter alles erhältlich ist, wird es nicht langweilig.

 

 

Gilbert’s Vision: Kinderprojekte unterstützen unter dem Motto: Erst Wasser, dann Bildung

 

Du bist jemand, der sehr gerne kocht. Wir waren schon mal bei dir zu Gast. Du bietest Events an, wo du bei dir zuhause für Menschen kochst. Wir kommen jetzt ein bisschen darauf zu sprechen, warum ich dich überhaupt eingeladen habe. Du setzt dich sehr für Projekte in Afrika ein, wo es vor allem um die Themen Bildung, Wasser und Zuflucht geht. Warum Afrika?

 

Gilbert: Ich bin keiner dieser Menschen, die nach Afrika oder Indien in die Ferien gehen und an einem Tag dummerweise in einer Gegend landet, wo die Armut einen richtig runterzieht und dann nachhause komme und mir denke: ‚Um Gottes Willen, ich habe die Armut in Afrika gesehen, ich will da jetzt was machen!‘.

Mein Ansatz war: ich hatte eine Vision. Ich wollte sportliche Menschen zusammenbringen, um Sport zu treiben und im Rahmen dieser sportlichen Aktivitäten einen gewissen Obolus zu leisten. Mit diesem Obolus wollte ich dann vor allem Projekte unterstützen, wo es um Kinder geht. Das Kind ist das unschuldigste aller Wesen. Ob du in einer armen Region geboren wirst, oder in einer Millionärsvilla an der Nordküste, hast du keinen Einfluss drauf. Es ist einfach Glück, oder Pech.

Wenn man sieht wie diese Kinder, die aus diesen Verhältnissen stammen, unschuldig auf der Straße landen, weil sich die Eltern und die ganze Gemeinschaft sich dieses Kind nicht mehr leisten kann, weil weder Nahrungsmittel noch sonstiges vorhanden sind und sie quasi ausgesetzt werden, gelange ich hier an einen Punkt, wo ich einen Beitrag leisten möchte.

Die Themen Wasser, Bildung und Zuflucht sind dahingehend begründet, dass ich einen sehr starken Bezug zum Wasser habe. Ich liebe Wasser als Element, um mich darin zu bewegen. Wasser ist mein absolutes Lieblingsgetränk. Ich habe dann von der weltweiten Wasserkrise gelesen, dass über 700.000.000 Menschen ohne Zugang zu sauberem Wasser sind und habe sehr schnell begriffen, dass Wasser und Bildung unmittelbar miteinander verknüpft sind.

Es bringt nichts, dass ich in einem Dorf eine Schule baue, wenn sie keinen Zugang zu sauberem Wasser haben. Dann geht niemand zur Schule, weil sie alle Zeit des Tages benötigen um Wasser zu beschaffen. Das dreckige Wasser, was sie im Endeffekt trinken, macht sie noch krank. Erst Wasser, dann Bildung!

 

 

Wie Gilbert durch verschiedene Spendenaktionen dazu kam, eine eigene Hilfsorganisation zu gründen

 

Der Zufluchtsgedanke ist so entstanden, dass ich gesagt habe: ‚ich möchte spontan hingehen und sagen – Ok, da helfe ich jetzt.‘ Mir geht’s nicht um einzelne Schicksale. Letztes Jahr ist ein Freund von mir (er macht Himalaya-Trackings) nach Nepal gegangen. Er ging in ein Dorf, wo nach dem großen Erdbeben die Leute wirklich vergessen wurden. Ich fragte ihn, was das Dorf braucht. Er meinte kleine Hausapotheken, Decken, Schulhefte usw. Dann sind wir mit 15 Leuten an einem Samstag Rad gefahren und haben 2.000 CHF gesammelt und dann hat er das Geld mitgenommen und in Katmandu alles eingekauft. Er ist in das Dorf gefahren und hat alles verteilt.

Die schöne Geschichte ist eigentlich, dass einer seiner langjährigen Freunde- dessen Schwiegervater einen Unfall hatte und ins Spital musste, aber nicht das Geld hatte, um das Spital zu bezahlen. Er musste seine Kuh verkaufen, wir haben ihm eine neue, trächtige Kuh gekauft. Das sind diese Dinge, wo man sagt: ‚wie kann eine Kuh ein Leben verändern‘? Da sollte man einfach mal hingehen und sagen: ‚ich mache jetzt meine Brieftasche auf und gebe was.‘ Ob das nachhaltig ist, ob das von der Langfristigkeit her Sinn macht ist völlig egal. Da herrscht Not und da wird jetzt einfach mal kurz geholfen. Das ist der Ansatz.

 

 

„Wenn dir alles weggenommen wird, was dir Spaß macht und du keinen Plan B hast, entstehen einfach Probleme“

 

Du hast um das mal so zu erklären, deine eigene Hilfsorganisation gegründet. Und die Spezialität ist sozusagen dass alles, was man spendet, tatsächlich im Projekt ankommt, weil du selbst die administrativen Kosten trägst.

 

Gilbert: Ich habe in der ersten Hälfte meines Lebens wahnsinnig viel gearbeitet. Ich hatte das Glück, Erfolg zu haben. Ich konnte am Anfang der 2000er die Firma, die ich aufgebaut hatte, verkaufen. Ich habe dafür relativ viel Geld bekommen und habe mich dann zuerst mal 10 Jahre dem Triathlon-Sport gewidmet. Ich fand‘s enorm cool, die Welt zu bereisen. Musste jedoch aus gesundheitlichen Gründen damit aufhören und hatte wirklich diese Sinneskrise.

Wenn dir alles weggenommen wird, was Spaß macht und du keinen Plan B hast, gibt es einfach Probleme. Für mich war klar, dass ich an einem Punkt im Leben war, wo ich gesagt habe ‚Jetzt geht es mal nicht um mich!‘. Ich habe bis 58 keine einzige Hilfsorganisation unterstützt. All die Spenden-Mails sind bei mir ungeöffnet im Müll gelandet.

Ich habe mich gefragt: was kann ich tun, wo kann ich was bewegen? Und bin am Anfang daran gescheitert, dass ich immer das Gefühl hatte es ist viel zu klein und es bewegt nicht. Bis ich gesagt habe: ‚jetzt helfe ich mal einem Menschen und wenn das funktioniert, helfe ich einem zweiten und dann einem dritten und dann schauen wir mal, wo es hinführt‘.

Ich hätte einen Teil meines Vermögens nehmen können und jedes Jahr einen gewissen Betrag einer Organisation zukommen lassen. Das hätte dazu geführt, dass ich vielleicht ein etwas besseres Gewissen gehabt hätte, aber kognitiv und beschäftigungsmäßig hätte mich das nirgends hingebracht. Ich wollte wieder irgendwas tun, was mich fordert, wo ich mich einbringen kann, wo ich meinte Talente als Geschäftsmann einfließen lassen kann.

Dann habe ich mich dazu entschieden, diese Stiftung zu gründen, mit einer klaren Vision. Ich habe mir dann gesagt, dass ich jedes Jahr 50.000 CHF als Stiftungskapital investiere – das war quasi mein Working-Capital. Und am Ende des Jahres wollte ich aus jedem Franken, den ich investiert habe, mindestens 3 Franken Spenden generiert haben und diese Summe spendete ich dann in Hilfsprojekte. Ich finanziere meine Stiftung selbst und arbeite natürlich 100% Pro bono dafür. Darum ist bei mir diese Transparenz 100%ig da. Wenn ich eine Afrikareise mache, kommt das aus meiner eigenen Tasche.

 

Was ich sehr toll finde ist, dass du auch in diese Länder reist und die Projekte anschaust. Es ist jetzt nicht so, dass du von deinem Schreibtisch aus irgendwelche Sachen aussuchst. Du schaust wirklich, wie das eingesetzt wird. Als wir bei dir zum Essen waren hast du erzählt, dass du auch schaust was sie mit deinem gespendeten Geld anfangen.

 

Gilbert: Ich habe sehr schnell gemerkt, dass mein Talent wirklich im Fundraising liegt. Und dass es absolut wichtig ist, dass man mit den richtigen Partnern zusammenarbeitet, vor Ort in den entsprechenden Ländern. Die auch Ahnung haben, wie setzt man das Geld richtig ein. Ich habe mich mit 2 Organisationen zusammengetan. Auf der Wasser-Seite ist das Wasser für Wasser in Luzern, und We care 4 in Thalwil, mit denen ich diese Bildungsprojekte durchführe. We care 4 unterstützt zum Beispiel seit 15 oder 16 Jahren ein Projekt für Strassenkinder, und da sind die ganzen Beziehungen da, da sind die Kontrollinstrumente da etc. Und auch sie arbeiten nach dem Prinzip 100% des Gelds geht in die Projekte, sie finanzieren die Kosten über andere Quellen.

Das ist der Grund, wieso ich jetzt schwerpunktmäßig in Ostafrika tätig bin. Ich bin in Sambia, in Mosambik und in Kenia tätig. Das hat aber nichts damit zu tun, dass ich mir das punktuell ausgesucht hätte. Es hat damit zu tun, dass meine Partner dort tätig sind und über diese langjährigen Beziehungen dorthin verfügen. Das macht es von der Reisetätigkeit her ein bisschen einfacher.

Wenn ich in Nigeria tätig wäre, in Tunesien, in Südafrika und vielleicht noch in Madagaskar, wäre es eine ziemliche Unmöglichkeit das auch wirklich immer wieder zu besuchen. Das war schon bei meiner jetzigen Reise nach Maputo nicht ganz einfach mit der Logistik oder der Anreise.

 

 

Ein paar bewegende Eindrücke aus Ostafrika und wie man aus Frust Motivation schöpft

 

Gibt es irgendwas, was dich besonders beeindruckt hat auf dieser Reise? Oder irgendein Erlebnis, was dir noch besonders präsent ist?

Gilbert: Diese Reisen sind emotionale Achterbahnfahrten. Manchmal im 5-Minuten-Takt. Man muss sich das so vorstellen: natürlich besucht man Projekte, wo man was bewegt hat. In Maputo haben wir 3 Schulen besucht, wo wir von zweien schon Wasserprojekte finanziert haben. Das eine Projekt hatten wir 2018 finanziert, das zweite Projekt wird jetzt in Angriff genommen, darin fließen die Gelder von 2019. Das war schon ein bisschen bedrückend weil man gesehen hat, die alte Infrastruktur geht gar nicht. Aber man wusste, es wird etwas getan, es wird besser.

Und dann sind wir in eine dritte Schule gefahren, da gehen 3000 Kinder zur Schule. In dieser Schule gibt es einen Wasserhahn mit frischem Wasser! Für 3000 Kinder! Der kommt irgendwo im Schulgelände aus dem Boden heraus und diese Kinder wissen gar nicht, wie sie mit Wasser umgehen sollen. Natürlich gehen sie hin und nehmen mal einen Schluck Wasser, aber Handhygiene oder ähnliches gibt es nicht. Die Toilettenanlagen waren in einem so katastrophalen Zustand. In vier Schulgebäuden gab es vier Toilettenkomplexe. Zwei davon waren abgesperrt, weil sie so kaputt sind und die anderen beiden – ich bin rein, ich konnte etwa nur 15 Sekunden drin bleiben, absolute Seuchengefahr! Das kann man sich wirklich nicht vorstellen. Es ist einfach unmenschlich. Und wenn du das dann siehst, sagst du: ‚Mein Gott, da müssen wir etwas tun!‘

Das ist die eine Geschichte in diesen Schulen. Dann gehen wir auch immer in die Slums und die bedrückendsten Slums für mich habe ich in Nairobi gesehen. Da gibt es keinen Platz, da wird unglaublich verdichtend gebaut. Das führt dazu, dass tausende von Menschen sich in diesen engen Gassen bewegen. Das sind ja alles Länder, wo der Bevölkerungsanteil von Kindern unter 15 Jahren enorm hoch ist. In Mosambik sind 48% der Bevölkerung unter 15 Jahre alt!

Dann siehst du diese Kinder auf der Straße und du siehst diese Perspektivlosigkeit. Wir sind bei einer Kursteilnehmerin von einem neuen Projekt, was wir unterstützen, zu ihr nachhause eingeladen wurden. Ihr zuhause war eine 10m² große Wellblechhütte mit einem Bett drin, einem Sofa, einem Gaskocher und was sie zum Anziehen braucht unter der Decke. Da hat sie mit ihrem Mann und ihrem Kind gelebt und jetzt ist sie ‚leider‘ wieder schwanger muss man sagen. Sie werden bald zu viert dort leben. Du gehst dahin und sagst: ‚Oh Gott! Was wir tun ist zu wenig‘!

Und da muss man das wieder umdrehen und sagen: Ja aber für die 20 Menschen, denen wir eine Bildungschance geben, für die sind wir die von Gott gebrachte Erlösung.

Dann nimmt man auf der einen Seite diesen ganzen Frust mit und auf der anderen Seite motiviert es wahnsinnig zum Weitermachen.

 

 

Frauen haben in Afrika viel mehr Kraft um eine Gesellschaft zu verändern!

 

Vor allem denke ich, dass du mit Bildung auch ermöglichst, dass die Leute das auch weitergeben. Das zieht ja seine Kreise. Wenn du einer Person hilfst die nachher auch anderen Personen helfen kann weil es ihr besser geht, hast du am Ende nicht einer Person geholfen, sondern hunderten von Personen.

 

Gilbert: Und was auch ganz wichtig ist und dass sind wirklich Ansätze, die sehr einleuchtend sind. Wenn wir zum Beispiel Sanitäranlagen in Schulen bauen ist es von absolut größter Wichtigkeit, dass wir gendergerechte Toiletten bauen. Damit die Mädchen, wenn sie die die Menstruation haben, ein geschütztes Umfeld haben um mit diesem Thema umzugehen, was sonst schon schwierig genug ist.

Wenn Mädchen mit 12 oder 13 von der Schule fernbleiben, weil sie sich nicht trauen mit ihrem Zyklus zur Schule zu gehen, bleiben sie zuhause, verpassen die Schule. Das geht ein halbes Jahr, dann verpassen sie so viel Unterricht, dass sie die Prüfungen nicht mehr bestehen, dann entfernen sie sich aus dem System und die Folge ist, dass sie dann mit 15 wieder schwanger sind und alles wieder von vorne beginnt.

Wenn man die Wirtschaft in diesen Ländern verändern will, ist geraten, hauptsächlich auch ganz viele Dinge für die Frauen zu tun. Die Frauen haben viel mehr Kraft um eine Gesellschaft zu verändern. Das ist ein ganz wichtiger Ansatz! Auch wenn man sonst irgendwie unterstützt – es ist tausendmal besser einer Frau einen Mikrokredit zu geben, dass sie Gemüse anbauen kann, als einem Mann. Frauen verändern unsere Gesellschaft.

 

Das ist interessant zu hören und es ist gut, wenn ihr solche Trends erkennt und entsprechend handelt. Ich möchte es jetzt nicht zu politisch machen, aber letzten Endes glaube ich schon dass es Sinn macht, in den Ländern vor Ort zu helfen, dass es den Leuten dort gut geht, damit sie dort bleiben können und wollen und nicht das Gefühl haben, dass sie in den Westen fliehen müssen.

 

Gilbert: Ja, das geschieht wohl nur wenn die Perspektiven verlockend genug sind, dass man es aus eigener Kraft an Ort und Stelle aus diesem Kreislauf heraus schafft.

 

 

Gilbert’s zukünftige kreative Projekte und wie man ihn dabei unterstützen kann

 

Was mich bei dir so beeindruckt ist natürlich auch, dass du ein Marketingwissen und eine Kreativität mitbringst, wie du deine Projekte verbreitest. Und was mir am meisten im Kopf geblieben ist, war deine Challenge, wo du dich in der größten Kälte in den Zürichsee gesetzt hast und man Geld spenden konnte und je mehr Geld man gespendet hat, desto länger musstest du im See bleiben. Du bist ein sehr kreativer Kopf! Was hast du zurzeit im Köcher? Wie kann man dich unterstützen, wenn man für deine Projekte gerne Geld geben möchte?

 

Gilbert: Momentan bereite ich mich auf die Tortour vor. Das ist das längste Eintages-Radrennen rund um die Schweiz. Aber keine Angst, ich mache nicht die originale Tortour. Ich fahre nicht 1000 km, sondern es gibt noch eine Distanz, die sich Sprint nennt. Die ist NUR 390 km lang. Da habe ich jetzt auch eine Kampagne ausgebaut. Die heißt: „Empower Women – The Battle for Equal Opportunity“.

Wir werden mit drei 3-er Frauenteams und drei Solomännern am Start stehen. Und immer drei Frauen und ein Mann bilden in sich selbst ein Team und da geht es darum, wer die Strecke am schnellsten zurücklegt. Die letzten 390 km werden à 5 CHF verkauft. Mit diesem Geld werden wir ein Bildungsprogramm in Nairobi unterstützen, was ich gerade besucht habe.

Da werden junge Mütter quasi fit gemacht, um ein kleines Business zu gründen. Wir werden aber auch gleichzeitig mit der anderen Hälfte des Geldes ein Integrationsprojekt für Flüchtlingsfrauen mit Kindern unterstützen, was hier in Zürich gegründet wurde, wo es darum geht diese Frauen möglichst gut und schnell in unsere Gesellschaft zu integrieren.

Und dieses Mal verkaufe ich meine Trainingseinheiten. Man kann mir Kilometer abkaufen, primär für die Tortour – pro km 5 CHF, ich bedanke mich anschließend mit einem Video, sodass ich quasi für jeden Spender ein Video personalisiere. Ich fahre eine Route, die aufgezeichnet wird. Darüber gibt es ein Video indem ich entsprechende Bilder einfüge, die ich unterwegs geschossen habe oder wo ich mir was lustiges ausdenke, wie man dieses Video aufpimpen könnte und stelle das ins Netz und bedanke mich damit für die Unterstützung.

Ich fahre zwar nur 390 km aber ich habe in der Zwischenzeit 800 km verkauft! Auf meiner Facebook-Seite kann man es nachsehen, da sind alle Videos. Und dann habe ich am 31.08. ein Signature-Event, das heißt „Neverest„. Das ist ein Multisport-Event, wo wir laufen, schwimmen, Rad fahren uvm. Jeder so lange er will! Wir machen ein Barbecue, wir haben ein Konzert. Bei diesem Event werde ich moderieren mit einem Bekannten. Wir haben uns was ausgedacht und zwar werden wir beide je eine Runde auf unserer Rad-Route fahren und werden einmal um den See rennen. Die Idee ist, dass man uns Steine in einen Rucksack, in eine Satteltasche schmeißen kann. Ein Stein kostet 10 CHF.

 

Das Beste ist also, wenn man dir auf Facebook folgt. Es kann ja nicht jeder an den See kommen, der Podcast wird ja auch in Deutschland und Österreich gehört. Man kann ja mit dir über die sozialen Medien in Kontakt kommen und dich virtuell unterstützen und dich per Video verfolgen.

Ich glaube es ist eine gute Sache wenn man sicher sein will, dass das Spendengeld auch tatsächlich in einem Projekt ankommt und dass da jemand dahintersteht, der sich wirklich mit seiner eigenen Zeit drum kümmert, dass die Projekte vollendet werden.

Ich glaube das ist auch so ein Ding. Wenn man Geld spendet, möchte man es ja irgendwo hin spenden, wo ein Projekt zu Ende geführt wird. Da kann man sich bei dir sehr sicher sein! Ich habe am Anfang des Interviews erwähnt, dass es die Möglichkeit gibt, bei dir zu Abend zu essen. Gibt es die Möglichkeit noch?

 

Gilbert: Ja, die gibt es immer noch! Es ist so, dass ich drei Herbsttermine online habe. Die findet man auf meiner Website unter: SoulFoodFriday. Zwei davon sind fast ausgebucht, bei einem gibt es noch relativ viele Plätze. Es gibt im November einen letzten ‚Soul Food Friday‘, bevor es im Dezember mit dem Weihnachtsessen weitergeht. Das findet dann aber nicht bei mir zuhause statt, sondern in der Küche einer befreundeten Catering-Firma-Besitzerin, die mal bei mir in der Agentur gearbeitet hat. Da habe ich Kapazität für ungefähr 22-23 Leute. Der Termin wird in den nächsten Wochen online bekannt gegeben. Man kann sich bei mir auch auf eine Liste setzen lassen und wird dann eine Woche, bevor es online geht, informiert.

 

Ich kann das sehr empfehlen! Erstens kocht Gilbert sehr gut und zweitens ist er ein sehr guter Gastgeber! Es waren sehr nette Menschen mit am Tisch und wir haben uns super gut unterhalten. Das Prinzip ist, man kommt zu dir essen, du kochst und am Ende kann man bezahlen was man möchte. Das was man bezahlt hat, geht in eins deiner Projekte. Richtig?

 

Gilbert: Ich habe das Prinzip ein bisschen verändert. Jetzt sind es pauschal 100 CHF. Man bekommt ein 3-Gang-Menü mit Weinbegleitung plus Aperitif. Natürlich kann man auch mehr geben. Diese Abende sind insofern sehr bereichernd, weil sich Menschen treffen, die sich vorher noch nie gesehen haben. Ich hatte anfangs ein bisschen das Gefühl, ich müsste als Gastgeber durch den Abend moderieren. Das ist überhaupt nicht notwendig! Wenn die Leute glücklich nach Hause gehen, weil sie gut gegessen haben und sich gut unterhalten haben, ist das für mich der schönste Lohn!

 

Ich fand es auch so schön, weil man weiß dass das Geld tatsächlich jemand anderem zu Gute kommt. Damals war es so, dass du die Nahrungsmittel, mit denen du kochst, gesponsert bekommen hast. Das Geld wird jetzt nicht noch ein Teil davon für das Essen verwendet. Auch das wiederum geht zu 100% in eines der Projekte.

 

Gilbert: Man muss sich das so vorstellen: ich veranstalte 12-13 Abende im Jahr. Das gesamte Geld ist immer ca 10.000 CHF. Das genügt, um in einem Waisenhaus in Kenia für 40 Kinder ein ganzes Jahr lang die Lebensmittel zu kaufen. Und diese Kinder essen Berge! Man kann sich nicht vorstellen, wie viel die dünnen Kinder essen können! Sie sind gut ernährt. Es macht wahnsinnig viel Spaß zu sehen, wie man hier den Menschen eine Freude machen kann und dann damit etwas ganz lebensnotwendiges zu gestalten.

 

Wunderschön! Und wenn jetzt jemand einfach so Geld spenden möchte, geht das natürlich auch. Oder?

 

Gilbert: Ich versuche die Leute immer zu überzeugen, auf die Events zu kommen. Wer nicht kommen kann und trotzdem unterstützen möchte, der kann selbstverständlich eine lokale Spende machen.

 

Wie heißt deine Website?

 

Gilbert: summits4hope.ch

 

Folge deinem Herzen und mach etwas Sinnvolles in deinem Leben!

 

Du sagtest vorhin, dass du bis 58 noch nie in deinem Leben gespendet hast.

Möchtest du zum Abschluss in 2-3 Sätzen noch sagen, was es mit dir gemacht hat, dass du jetzt angefangen hast in diese Welt einzutauchen. Was hat es in deinem Leben verändert?

 

Gilbert: Wer vor sich hinlebt, ohne eine Sinnhaftigkeit zu sehen, der lebt ein armes Leben.

Ich kann nur jedem Menschen immer wieder sagen: Macht aus eurem Leben etwas Sinnvolles! Hört in euch hinein. Hört mit dem Herzen.

Viele Leute fragen mich wie ich herausgefunden habe, wem ich helfen will. Wenn es hier (im Herzen) räsoniert, war es richtig. In unserer Gesellschaft ist es heute ein riesen Thema, Menschen wollen aus ihren langweiligen Jobs raus und suchen eine neue Sinnhaftigkeit. Sie wollen etwas bewegen. Ich hatte das Glück frei entscheiden zu können, wie ich das ausgestalte. Das kann nicht jeder, aber der Prozess ist derselbe. Man muss ihn angehen, man muss in sich hineinhören, man muss sich mit ganz vielen Themen auseinander setzen, man muss herausfinden wofür das Herz schlägt. Und wenn man das gefunden hat, sollte man es verfolgen – auch wenn es anfangs schwierig ist und mit gewissen Einbußen verbunden ist. Der Lohn am Ende hinaus ist unbezahlbar!

 

Dies sind die Links zur Folge: 

Webseite von Gilbert Fisch: https://www.summits4hope.ch

Facebook – Seite von Gilbert: https://www.facebook.com/summits4hope/

Darmglück Online Kurs: https://www.gruber-ernaehrung.ch/darmglueck  

Und hier kannst du den Selbsthypnose-Minikurs erwerben: www.gruber-ernaehrung.ch/selbsthypnose

 

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