Josephine Barbarino ist ursprünglich Architektin und hat hat ein aufregendes und erfolgreiches Berufsleben geführt. Bis sie immer kränker wurde. Als dann Insulinpflichtiger Typ2 Diabetes diagnostiziert wurde und sie hätte Insulin spritzen müssen, hat sie beschlossen, ihre Gesundheit in die eigene Hand zu nehmen.
Begleitet von ihrem Arzt hat sie die Ernährung auf ketogen umgestellt und hat es so geschafft, ihren Blutzucker wieder in den normalen Bereich zu bringen.

Heute bezeichnet sie sich als Keto-Aktivistin und ist gerade dabei, die erste Keto Live Konferenz im Schweizerischen Bergün zu organisieren, wofür sie hochkarätige Redner wie Dr. Aseem Malhotra, Prof. Dr. Jörg Spitz, Prof. Dr. Thomas Seyfried und Dr. Stephen Phinney.

Themen im Interview sind:

  • Warum die Diagnose Diabetes Josephine damals so schockiert hat
  • Wie ein Youtube Video von Dietdoctor ihr das Leben gerettet hat
  • Was ihre Mission als Keto Aktivistin ist
  • Welche internationalen Top Speaker zur ersten Keto Live Konferenz kommen
  • Und: Wie du helfen kannst, indem du deinen Ärzten und Therapeuten von dieser Konferenz mit Fortbildungscharakter erzählst

 

Beruflich erfolgreich und plötzlich krank: Josephines Diabetes-Diagnose

Josephine, wie bist du auf das Thema Ernährung gekommen?

Eigentlich bin ich Architektin. Ich hatte eine sehr aufregende und tolle, jedoch stressige Zeit als Architektin. Irgendwann hatte ich einige chronische Erkrankungen, die teilweise nicht richtig behandelt worden und ich musste einiges an Medikamenten zu mir nehmen. Dann kam ich mit einem Verdacht auf Schlaganfall ins Krankenhaus und zu guter Letzt wurde bei mir 2014 Diabetes Typ 2 diagnostiziert.

Dass ich auf einmal Insulin spritzen soll, war ein Schock für mich!

Ich hatte vorher Metformin, da sagte man mir, ich hätte Prädiabetes, was man aber wieder in den Griff bekommen würde. Ich solle mehr Sport machen, und ein bisschen abnehmen. Man wird nicht aufgeklärt. Niemand hat mich auf Ernährung angesprochen. Mein Schwiegervater starb an Diabetes, mein Opa ebenfalls und mit dem, was ich jetzt weiß, sind Freunde an den Folgen von Insulinresistenz gestorben.

 

Also du wusstest, was das bedeutet? Manche Leute unterschätzen die Folgen von Diabetes gewaltig.

Das weiß ich so genau auch erst, seitdem ich selbst betroffen bin. Natürlich sah ich bei meinem Opa und bei meinem Schwiegervater, dass es ihnen schlecht ging. Ich wusste aber nicht, dass da ein Zusammenhang besteht.
Das wurde mir auch von den Ärzten nicht gesagt. Ich wurde nicht darüber informiert, dass es als Diabetikerin wahrscheinlich ist, dass ich blind werde, oder ein Bein amputiert bekomme. Man bekommt nur gesagt, dass man sich gut einstellen muss.

 

Wie Josephine zur Ketogenen Ernährung gefunden hat und ihren Diabetes in Remission brachte

Wie kam es dazu, dass du eine neue Richtung eingeschlagen hast?

Ich fing vor Schock an, im Internet zu recherchieren und bin auf www.dietdoctor.com gestoßen, beziehungsweise auf ein Video von Dietdoctor Andreas Eenfeldt auf Youtube. Und so fing es dann an, dass ich immer mehr geschaut habe und einiges gelernt habe. Ich bin daraufhin zu meinem Diabetologen und sagte ihm, dass ich gerne die ketogene Ernährung ausprobieren möchte, bevor wir mit dem Insulin anfangen.

Er war gar nicht begeistert.

Mein Blutdruck war zu hoch, meine Cholesterinwerte waren sehr schlecht. Er sagte, wenn ich jetzt mit der Ernährungsumstellung beginnen würde, würde ich tot umfallen.

Letztendlich konnte ich ihn doch davon überzeugen, es 6 Monate auszuprobieren und nach 3 Monaten war die Diabetes weg bzw. in Remission. Ganz wichtig zu wissen ist, dass man bei dieser Ernährung bleiben muss und dass es keine Heilung ist. Ich kann die Insulinresistenz wieder zurückbilden. Ich kann die Situation in den Griff bekommen. Und was mich an der ketogenen Ernährung so überzeugt hat, ist dass sie keine Diät ist!

Es ist eine Lebensstiländerung. Um Krankheiten damit in den Griff zu bekommen, muss man das langfristig beibehalten. Wichtig ist, dass man weiß, was mit einem passieren kann und das man die Alternativen kennt.

 

Lebensstiländerung statt Diät

Es tritt sehr oft das Argument auf ‚Aber ich will mein Leben genießen‘, als ob der Genuss des Lebens vom Essen abhängen würde. Wir – die Gesellschaft – zelebrieren das Essen auf eine Art und Weise, als ob es unser Lebensinhalt wäre. Das Ziel von unserem Leben ist nicht ‚Ich möchte möglichst jeden Tag lecker essen‘, sondern das Ziel unseres Lebens ist, dass wir uns weiterentwickeln, unsere Leidenschaften verfolgen und ein glückliches Leben leben!
Und ob ich jetzt ein Brötchen essen kann, oder nicht, hat damit wenig was zu tun.

Da gebe ich dir absolut Recht! Das Tolle ist, dass man durch den stabilen Blutzucker, den man dadurch erreicht, keinen Hunger mehr hat! Diese Gelüste sind nicht mehr da, dieser Zwang ‚du musst jetzt etwas essen, um Energie zu bekommen‘ ebenfalls.
Früher hat das Essen meinen Tagesablauf bestimmt.

Ja, das gehört ein bisschen zum guten Ton in der Gesellschaft. Ich habe das erlebt, als ich mit jemandem unterwegs war. Er konnte nicht weiter fahren, weil er erst etwas essen musste und dann musste etwas her, sonst wäre er wahrscheinlich im Unterzucker gewesen. Das zeigt wie frei man eigentlich ist, wenn man nicht ständig auf der Suche nach Essen ist.

Das ist ein Erlebnis, das wirklich jeder ausprobieren sollte. Zum Beispiel bei 14-tägigen Challenges.

Da merkt man, wie sehr es einen verändert. Einfach mal ausprobieren und sich darauf einlassen.
Die ketogene Ernährung ist ein wahnsinniges, kraftvolles, medizinisches Instrument. Wir haben in der deutschen Sprache die wunderbare Bezeichnung ‚Lebensmittel‘. Unsere Nahrung ist ein Mittel zum leben und das muss man verstehen! Wir müssen verstehen, was in unserem Körper passiert.

Absolut!

Mir ist es total wichtig, dass mehr Ärzte, Heilpraktiker und Behandler von dieser Ernährung erfahren. Ich glaube, die Patienten wissen mittlerweile fast mehr. Und sie müssen einfach reagieren können, wenn der Patient den Wunsch dieser Ernährung äußert.

 

Warum ist Josephine zur Keto-Aktivistin geworden?

Wie ist die Resonanz, wenn du Ärzte oder Therapeuten darauf ansprichst?

Eigentlich stößt man zuerst immer auf Widerstand, obwohl die ganzen anderen Ernährungsempfehlungen auf keinerlei wissenschaftlichen Grundlagen beruhen.

Die meisten chronischen Krankheiten entstehen durch Stoffwechselstörung und zwar die Insulinresistenz. Das wissen die wenigsten Ärzte und das ist ziemlich erschreckend. Ich bin dieser Unwissenheit sehr oft begegnet. Und deswegen habe ich mir die Aufgabe gestellt, Ärzte und Patienten zu informieren.

Als ersten Schritt habe ich mir überlegt, eine Konferenz im deutschsprachigen Raum zu veranstalten und Spezialisten dazuzuholen.

Inspiration zum Programm der Konferenz war diese Studie zum Thema Insulinresistenz, die G.M. Raven Studie mit dem Titel „Insulin resistance as a predictor of age-related diseases“ über den Zusammenhang von Insulin-Resistenz und dem Auftreten Nicht Übertragbarer Krankheiten (NCD):
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/11502781

Mein größtes Ziel war aus dieser Konferenz eine CME-zertifizierte Konferenz zu machen. Ein CME- Zertifikat dient dem Erhalt und der Aktualisierung der dauerhaften Aktualisierung der fachlichen Kompetenz der Ärzteschaft. Jeder Arzt muss quasi Bildungspunkte sammeln.
Ich habe geschafft, dass die Schweizer Gesellschaft für Innere Medizin uns 17 Fortbildungspunkte zertifiziert hat. Und seit gestern gibt es noch eine wunderbare Neuigkeit: der Bund der Deutschen Heilpraktiker hat uns auch anerkannt! Man kann als Heilpraktiker europaweit 25 Punkte sammeln, wenn man unsere Konferenz besucht!

Also ein kleiner Aufruf an meine Zuhörer. Wenn ihr einen Arzt, Heilpraktiker, Ernährungsberater habt, oder kennt, wo ihr denkt, dass da eine gewisse Offenheit besteht, teilt diese Information gerne!
Es ist sehr wichtig, dass mehr Leute daran glauben, dass sie selbst die Verantwortung für ihre Gesundheit übernehmen können und mit der Ernährung einen wichtigen Grundstein legen.
Je mehr in der Öffentlichkeit darüber gesprochen wird, desto mehr Menschen kann geholfen werden. Und am Ende kommt es natürlich allen zugute, wenn wir in der Medizin kosten einsparen.
Liebe Josephine, was erwartet uns auf so einer Konferenz und wann findet sie statt?

Sie findet vom 10.06.-14.06. im Kurhaus Bergün bei St. Moritz statt. Hier findest du alle Informationen und kannst dein Ticket buchen
Alle Mahlzeiten sind im Konferenzpreis enthalten und sie sind alle ketogen, sodass die Besucher die ketogene Ernährung entdecken können.
Es wird drei verschiedene Workshops geben.

Folgende Redner nehmen an der Konferenz teil:

Prof. Dr. Thomas Seyfried (USA)
Dr. Stephen Phinney (USA)
Prof. Jörg Spitz (DE)
Georgia Ede M. D. (USA)
Dr. Aseem Malhotra (UK)
Ivor Cummins (IRL)
Jean-Jacques Trochon (FRA)
Dr. Ian Lake (UK)
Dr. John Schoonbee (CHE)
Charlotte Summers (UK)
Arjun Panesar (UK)
Michel Lundell (SWE)
Elena Cross (DE/CHE)
Dorian Greenow (USA)
Dipl. oec. troph. Ulrike Gonder (DE)
Mag. rer. nat. Julia Tulipan (AUT)
Patricia Daly (CHE)
Domini Kemp (IRL)
Dorian Greenow & Gemma Kochis (USA)

Ich werde auch versuchen zu kommen. Bei mir stößt du sowieso auf offene Ohren, ich bin wahrscheinlich gar nicht deine Zielgruppe. Es wird wichtig sein, Menschen dort hinzubekommen, die mit dem Thema Ernährung noch nicht in Berührung gekommen sind und mit Ernährung gar nicht richtig arbeiten.
Es wird wichtig sein Menschen zu vernetzen, die in Zukunft zusammen arbeiten können.

Deswegen habe ich bewusst gewisse Leute eingeladen, damit man sieht, dass es möglich ist, Ärzte zu entlasten und trotzdem eine gute Patientenversorgung zu haben.
Natürlich braucht man bei vielen Krankheiten (bspw. Epilepsie, Herzkrankheiten) unbedingt die Begleitung eines Arztes! Deswegen ist es mir so wichtig, dass wir viele Ärzte informieren. Nur wenn sie Infos haben, können sie die richtigen Empfehlungen geben.

Vielen Dank für deine Zeit, liebe Josephine!

 

Bitte unterstütze Josephine, indem du die Informationen dieses Events mit deinem Arzt, Heilpraktiker oder Therapeuten teilst.

Es kommt uns allen zugute, wenn mehr Menschen aus dem Gesundheitswesen die Zusammenhänge von Ernährung und Gesundheit verstehen und auch mit ihren Patienten teilen.

 

 

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