5_fehler_abnehmenNoch nie wussten wir so viel übers Essen wie heute. In fast jeder Zeitschrift steht etwas über gesunde Ernährung, Fernsehsendungen klären uns über Lebensmittel und gesunde Lebensführung auf, in Drogerien, Lebensmittelläden und Arztpraxen liegen Ernährungs-Ratgeber oder Flyer auf – und das führt dazu, dass wir eigentlich wissen, was gesund ist und was nicht. Wie wir erfolgreich abnehmen und worauf wir besser verzichten sollten.

Aber: wissen wir das wirklich?

Hast du dich schon mal wie ein Versager gefühlt, weil du doch eigentlich so gesund isst und alles richtig machst und du trotzdem nicht abnimmst?

Schwirrt dir manchmal der Kopf, wenn die eine Freundin auf Light-Produkte schwört und die nächste sich dick Butter aufs Brot schmiert, weil Fett ja neuerdings schlank machen soll? Oder dein Heilpraktiker dich vor Milchprodukten warnt und dein Arzt dir empfiehlt mehr Milch zu trinken wegen deiner Knochen?

Ich muss gestehen – auch mich verwirren die vielen Informationen manchmal etwas. Vor allem, weil ich nicht unbedingt der wissenschaftlich veranlagte Typ bin, und wenn mir jemand irgendwelche Studienergebnisse und Zahlen um den Kopf schlägt, dann weiss ich manchmal im ersten Moment auch nicht, ob man denn jetzt zum Beispiel Nüsse gesund sind oder doch wieder nicht!

Meine Devise lautet: lass dich nicht verrückt machen, lass gesunden Menschenverstand walten und vergiss nicht, dass wir alle unterschiedliche Stoffwechsel haben. Was bei mir super funktioniert muss dir nicht unbedingt gut tun.

Aber trotz dieser Unterschiedlichkeit gibt es auch ein paar allgemein gültige Grundregeln. Und wenn du nicht abnimmst, obwohl du deiner Meinung nach „alles richtig machst“, dann könnte der ausbleibende Erfolg eventuell an einem oder mehreren dieser Punkte liegen:

1. Du verlässt dich zu sehr auf Kalorien

Nach wie vor ist die landläufige Meinung, dass ich nur weniger Kalorien essen muss, als ich verbrenne und dann nehme ich automatisch ab. Das hört sich zwar logisch an, funktioniert aber in der Praxis nicht, weil Kalorien nicht gleich Kalorien sind. Wichtiger, als Kalorien zu zählen ist, die Auswirkungen der Nahrung auf meinen Stoffwechsel mit in Betracht zu ziehen.

Und wenn du abnehmen möchtest, dann ist es ganz besonders wichtig, dass du Dinge isst, die eine geringe Zuckerausschüttung nach sich ziehen. Denn hohe Zuckerspiegel führen zu hohen Insulinspiegeln und Insulin verhindert Fettabbau und fördert Fetteinlagerung. Wenn dich dieses Thema interessiert, dann schau dir in der Aufzeichnung meines Webinars über Zucker die entsprechende Passage an, und zwar ab Minute 13:00.

2. Du isst zu viel Obst

„Obst ist gesund und hat keine Kalorien. Deswegen darf ich davon so viel essen, wie ich will und nehme nicht zu.“ Diese Aussage höre ich immer wieder.

Obst enthält jedoch auch Zucker und wenn Zucker deine Insulinausschüttung erhöht, dann macht eben auch übermässiger Obstkonsum dick. Auch verträgt Obst nicht jeder gleich gut, und ein vom Obst aufgeblähter Bauch lässt dich dicker wirken als du eigentlich bist. Meine Kollegin Romy hat darüber sogar ein Buch mit dem Titel „Früchtewampe“ geschrieben.

Meine Empfehlung: wenn du abnehmen möchtest, dann beschränke deinen Obstkonsum auf 2-3 Portionen pro Tag (und eine Portion entspricht einer Handvoll)! Iss das Obst am besten zur Mahlzeit und nicht zwischendurch! Denn Fehler Nummer 3 lautet:

3. Du isst zu oft

Früher, und teilweise heute noch, wurde empfohlen, 5-6 Mahlzeiten pro Tag zu essen, damit du bloss nie Hunger bekommst. Tatsächlich ist es aber so, dass wir locker 4-5 Stunden ohne Nahrung auskommen können, ohne gleich vor Hunger geschwächt zusammenzubrechen.

Wichtig ist einfach, dass du bei den drei Hauptmahlzeiten darauf achtest, sättigende Nahrungsmittel zu essen, die genügend Eiweiss und Fett und langsame Kohlenhydrate enthalten, die deinen Zuckerspiegel nicht in die Höhe jagen.

Denn Heisshunger zwischen den Mahlzeiten entsteht im Normalfall nicht, weil du zu wenig gegessen hast, sondern weil du durch zu hohe Insulinspiegel in eine Unterzuckerung geraten bist.

4. Du isst unbewusst oder mehr als du denkst

Unser Verstand sieht das, was wir sehen wollen.  Dein Verstand ist gerade auf abnehmen programmiert und sieht nur, was du alles dafür tust und worauf du gerade alles verzichtest. Dabei übersiehst du eventuell die Saboteure.

Mögliches Szenario: Du bist stolz, dass du mittags in der Kantine nur einen Salat gegessen hast, aber um 16 Uhr plagt dich der Hunger und du schnappst dir einen Apfel. Der führt dazu, dass du um 17 Uhr doch noch die Packung mit Reiswaffeln öffnest. Zuhause kannst du nicht warten, bis du am Tisch sitzt und steckst dir immer wieder mal etwas in den Mund, während du kochst. Nach dem Abendessen bist du satt aber vor dem Fernseher beschleicht dich doch wieder so ein Gefühl der Leere und du holst dir ein paar gesunde Mandeln zum knabbern.

Was ich damit sagen will: manchmal denken wir, dass wir ja kaum etwas essen. Doch die Realität kann anders aussehen.

Schreibe doch einmal ein paar Tage lang alles auf, was du isst und trinkst. Und achte darauf, was dir dabei so auffällt.

5. Du trinkst zu wenig oder das falsche

Wer abnehmen will sollte eigentlich nur Wasser trinken. 30-35 Milliliter pro Kilogramm Körpergewicht. Das sind zum Beispiel bei einem 70kg schweren Menschen 2.1-2.5 Liter.

Wasser ist ein Reinigungsmittel und ein Transportmittel. Es hilft, Abbauprodukte und Giftstoffe aus dem Körper zu bringen und Nährstoffe an ihren Bestimmungsort zu transportieren.

Ein wenig Kaffee und Tee sind sicherlich auch in Ordnung, diese werden aber nicht zur Flüssigkeitsmenge gezählt.

Immer wieder beobachte ich jedoch, dass auch gewichtsbewusste Kundinnen und Kunden Dinge wie Fruchtsäfte, Schorlen, zero Limonaden oder Milch trinken. 3 Latte macchiato am Tag? Das ist fast ein Liter Milch! Milch ist keine Getränk, auch wenn es flüssig ist. Milch ist ein Nahrungsmittel.

1 Glas Orangensaft? Dieser hat gleich viel Zucker wie ein Glas Limonade.

Diät- oder Zero-Cola? Der Süssstoff verursacht Stress im Stoffwechsel und bringt unsere Signale durcheinander, wirkt sich ungünstig auf die Darmflora aus, erhöht oft die Nahrungszufuhr und den Hunger auf Süsses und macht abhängig und wohl auch dick, wie diverse Studien untersucht haben.

Nichts Neues? Komm vom Denken ins Tun!

Du denkst, diese 5 Punkte waren nicht neu für dich? Das mag sein! Es sind aber genau die Dinge, die ich fast täglich beobachten, wenn jemand neu in unsere Praxis kommt. Wieder und wieder.

Ernährung ist nicht schwierig und kompliziert, wenn man sich auf die wichtigsten Punkte beschränkt. Und die wichtigsten Punkte bringen meiner Ansicht nach bereits 80% des Erfolgs!

Um jedoch diesen Erfolg zu erzielen, musst du den Weg gehen. Nicht darüber nachlesen, dir Gedanken machen und Informationen sammeln, sondern du musst es ganz einfach tun!

 

 

Jetzt würde mich aber interessieren: Was denkst du denn, welches der grösste Fehler beim Abnehmen ist? Schreib in die Kommentare, was du für dich erkannt hast. Welche Erkenntnis hat dir vielleicht den entscheidenden Schritt zum Erfolg ermöglicht? Oder woran bist du bisher gescheitert? Alle Leser profitieren von deiner Erfahrung, also teile sie uns gerne mit!

 

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